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Es herrscht Nervosität auf dem deutschen Aktienmarkt

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Im Schriftzug „DAX“ spiegelt sich eine große Anzeigetafel
Es herrscht Nervosität auf dem deutschen Aktienmarkt © Christoph Schmidt/dpa

Der Handel auf dem deutschen Aktienmarkt ist zu Wochenbeginn von Nervosität geprägt.

Frankfurt/Main - Der Handel auf dem deutschen Aktienmarkt ist zu Wochenbeginn von Nervosität geprägt. Der Leitindex erholte sich am Morgen zuerst bis knapp über die 16 000-Punkte-Marke, geriet dann aber wieder unter Druck. Am Nachmittag stand der Dax in Erwartung erneut schwacher US-Börsen 0,42 Prozent tiefer bei 15 880,56 Punkten. Der MDax verlor gut ein Prozent auf 34 607,52 Punkte.

Durch den Rücksetzer liegt der Dax mittlerweile wieder unter seinem Stand vor Silvester. «Das Börsenjahr 2022 hatte fulminant begonnen, allerdings schleichen sich nun seit dem vergangenen Mittwoch Schwächetendenzen ein», sagte Charttechniker Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel. Er sah am Morgen bereits Anzeichen dafür, dass der Dax in Richtung von 15 840 Punkten fallen könnte. In dieser Zone erhielt er am Montag gleich zweimal Unterstützung.

Für Aufmerksamkeit sorgten Analystenstimmen, darunter eine Kaufempfehlung durch Goldman Sachs für BMW. Die Aktien des Autobauers gehörten in Folge mit 1,6 Prozent zu den größeren Dax-Gewinnern. Analyst George Galliers lobte vor dem Hintergrund der geplanten Konsolidierung des chinesischen Gemeinschaftsunternehmens BMW Brilliance Automotive eine günstige Bewertung des Autobauers.

Beim Chipkonzern Infineon wirkte eine Kaufempfehlung der Citigroup nur kurz. Der Kurs drehte hier mit 2,7 Prozent ins Minus. Damit änderte sich nichts daran, dass die Anleger derzeit einen Bogen um Werte aus der Technologie-Branche machen. Dabei treiben die Inflations- und Zinssorgen die Anleger aus den Wachstumswerten.

Hinten im Dax versammelten sich am Montag einmal mehr einige ehemalige Corona-Profiteure, darunter der Kochboxenlieferant Hellofresh mit einem Abschlag von 4 Prozent. Vor allem blieben aber diverse Gesundheitswerte, die lange von der Pandemie beflügelt wurden, unter Druck. Schlusslicht im Dax waren die Aktien des Laborausrüsters Sartorius mit einem fast siebenprozentigen Abschlag.

Umgekehrt griffen die Anleger in dieser Branche aber bei Fresenius zu. Die Titel des Medizinkonzerns setzten sich mit plus 3,2 Prozent an die Dax-Spitze. Der Medizinkonzern gehörte in der Pandemie zu den negativ betroffenen Ausnahmen der Branche. Ein Börsianer sprach von anhaltendem Optimismus, dass die Belastungen vor allem bei der Dialysetochter FMC nachlassen. Deren Papiere zogen um 2,7 Prozent an.

Außerdem büßten im Gesundheitssegment die Aktien von Siemens Healthineers 4,7 Prozent ein. Hier verwiesen Händler auf einen Medienbericht, wonach sich das Medizintechnik-Unternehmen nach dem Milliardenzukauf von Varian finanziellen Spielraum für weitere große Zukäufe schaffen will. Laut einem Börsianer reagieren Anleger auf solche Meldungen gerne etwas nervös.

In der zweiten Börsenreihe fielen die 3 Prozent höheren Aktien der Lufthansa auf ihrem Erholungspfad weiter positiv auf. Sie erreichten ein Hoch seit September. Spitzenreiter im MDax waren die 3,9 Prozent festeren Aixtron-Titel nach einer Hochstufung auf «Outperform» durch die Investmentbank Oddo BHF.

Gefragt waren auch die Aktien von Baustoffherstellern, nachdem das Statistische Bundesamt am Montag vom stärksten Anstieg der Baupreise in Deutschland seit 1970 meldete. Im Dax bewegten sich die Papiere des Zementherstellers Heidelbergcement mit 0,6 Prozent im Plus. Jene des Dämmstoff- und Farbenspezialisten Sto rückten im SDax sogar um 3,4 Prozent auf ein Rekordhoch vor.

Der Euro kam etwas zurück. Mit 1,1305 Dollar wurde die Gemeinschaftswährung wieder näher an ihrem Referenzkurs vom Freitag gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte diesen vor dem Wochenende auf 1,1298 Dollar festgesetzt, erst danach hatte der Euro zum Dollar angezogen.

Auf dem deutschen Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,2 Prozent am Freitag auf minus 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel am Montag um 0,1 Prozent auf 143,50 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,03 Prozent auf 170,02 Punkte. (dpa)

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