+
Rund 2300 Mitarbeiter sind vom Insolvenzantrag von Escada betroffen.

Escada informiert Beschäftigte über Insolvenz

München - Der größte deutsche Modekonzern Escada will seine Beschäftigten am Mittwoch über den geplanten Insolvenzantrag informieren. Dieser wird vermutlich am Donnerstag eingereicht.

Lesen Sie auch:

Escada kündigt Insolvenzantrag an

Hintergrund: Der Luxus-Modehersteller Escada

Am Firmensitz in Aschheim bei München und an anderen Standorten sind rund 2300 Menschen davon betroffen. Escada hatte am Dienstagabend angekündigt, noch in dieser Woche Insolvenzantrag zu stellen, weil ein Finanzplan zur Rettung des Unternehmens gescheitert ist.

Escada - Ende des Laufstegs

Luxus-Label Escada: Ende des Laufstegs

Wann der Insolvenzantrag beim Amtsgericht München eingereicht wird, stehe aber noch nicht fest, sagte ein Firmensprecher am Mittwoch in München. In Branchenkreisen wird damit am Donnerstag gerechnet.

Der Konzern war nach Verlusten von 70,3 Millionen Euro und einem Umsatzrückgang um 15 Prozent auf 582 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr 2007/08 (31. Oktober) in die Existenzkrise gestürzt. Zuletzt hatte das Unternehmen versucht, die Pleite durch den Umtausch einer Anleihe abzuwenden und sich damit von einem großen Teil seiner Schuldenlast zu befreien. Das Angebot wurde nach Angaben des Unternehmens bis zum Ende der Umtauschfrist aber nur von 46 Prozent der Anleger angenommen. Damit wurde die angestrebte Quote von 80 Prozent deutlich verfehlt.

Escada gehörte früher zu den bekanntesten Modekonzernen der Welt, hat in den vergangenen Jahren aber auch durch hausgemachte Probleme viel von seinem Ruhm eingebüßt. Seit dem vergangenen Jahr steht der frühere Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer an der Spitze des Konzerns. Auch er konnte die Wende aber nicht mehr schaffen.

Escada stellt exklusive Designermode für zahlungskräftige Kundinnen her und bietet Accessoires wie Taschen und Schuhe an. Fast 90 Prozent des Umsatzes macht Escada im Ausland, vor allem in den USA und in Russland. Zuletzt hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit 182 eigene Shops sowie weitere 225 von Franchise-Nehmern betriebene Standorte in mehr als 60 Ländern. Das Unternehmen hat zudem Lizenzen für Düfte, Brillen und Kindermode.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump geht auf Konfrontationskurs zu Peking
Washington - Kurz nach ihrem Amtsantritt hat die neue US-Regierung klar gemacht, dass sie im Verhältnis zu China keinem Streit aus dem Weg gehen wird:
Trump geht auf Konfrontationskurs zu Peking
EU-Handelsausschuss macht Weg für Ceta frei
Brüssel - Das europäisch-kanadische Handelsabkommen Ceta hat die nächste Hürde genommen. Der zuständige Ausschuss im Europaparlament stimmte am Dienstag für den …
EU-Handelsausschuss macht Weg für Ceta frei
BayernLB-Chef: Europa droht Bankensterben
München - Europa droht nach Einschätzung von BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler wegen verschärfter Regulierung ein großes Bankensterben.
BayernLB-Chef: Europa droht Bankensterben
Etihad-Chef Hogan geht - Beteiligungen auf dem Prüfstand
Machtwechsel bei Etihad: Konzernchef James Hogan verlässt die arabische Airline. Nun überprüft der Air-Berlin-Großaktionär auch seine Beteiligungen an anderen …
Etihad-Chef Hogan geht - Beteiligungen auf dem Prüfstand

Kommentare