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Der Vorstandsvorsitzende des Modekonzerns Escada, Bruno Sälzer, bei der Hauptversammlung (28.04.2009).

Escada kommt mit Notplan ein Stück voran

München - Der ums Überleben kämpfende Damenmodekonzern Escada ist mit seinem Notplan ein Stück vorangekommen.

Nach der Einigung mit Kleinaktionären, die mit Klagen die Beschlüsse der letzten Hauptversammlung angefochten hatten, seien diese Beschlüsse in das Handelsregister eingetragen worden und damit rechtswirksam, teilte das Unternehmen am Mittwochabend in München mit. Dabei ging es um die Herabsetzung des Grundkapitals und die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals. Damit könne auch die für den 24. Juli geplante außerordentliche Hauptversammlung abgesagt werden. Die Escada-Aktien reagierten am Donnerstag mit einem Kurssprung um zeitweise fast 11 Prozent auf 2,60 Euro.

Etwa ein Dutzend Kleinaktionäre hatte gegen die Beschlüsse des Aktionärstreffens Ende April Anfechtungs- und Nichtigkeitsklagen eingereicht und damit die Beschlüsse zur Kapitalherabsetzung und der anschließenden Wiederaufstockung torpediert. Zu den Klägern gehörten nach einem Zeitungsbericht überwiegend professionell vorgehende Aktionäre, die bei zahlreichen Verfahren in Erscheinung getreten seien. Escada war auf die Eintragung der Beschlüsse ins Handelsregister angewiesen, um einen Sanierungsplan bis Anfang August abschließen zu können.

Als Kernstück der Rettungsbemühungen für das Unternehmen sollen die Escada-Anleger auf mehr als die Hälfte einer Anleihe mit einem Volumen von 200 Millionen Euro verzichten, um so die Schuldenlast des Unternehmens zu verringern. Nur wenn 80 Prozent der Anleger das Angebot bis zum Ende der Umtauschfrist Ende Juli annehmen, ist das Überleben des Konzerns gesichert. Aktionärsschützer der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger hatten ihren Anlegern davon abgeraten und das Unternehmen zu einer Nachbesserung des Umtauschangebotes aufgefordert.

dpa

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