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Modekonzern Escada steckt tief in der Krise.

Escada rechnet mit deutlichem Umsatzrückgang

München - Beim schwer angeschlagenen Modekonzern Escada ist nach herben Verlusten im ersten Halbjahr keine Besserung in Sicht.

Im laufenden Geschäftsjahr rechne das Management weiterhin mit einem Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Halbjahresbericht. "Für die internationale Luxusgüterindustrie ist 2009 unverändert ein schwieriges Jahr mit großen Herausforderungen." Die Krise habe die Kaufbereitschaft der vermögenden Kunden in vielen Ländern weiter beeinträchtigt. Escada mit seinen rund 4000 Arbeitsplätzen kämpft nach hohen Verlusten seit Monaten ums Überleben.

Durch radikale Einsparungen sollen die Auswirkungen auf das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr 2008/09 (31. Oktober) aber abgefedert werden. Unter anderem sollen die Führungskräfte des Unternehmens auf einen Teil ihres Gehalts und auf Prämien verzichten. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres war der Umsatz bei Escada um 16 Prozent auf 248 Millionen Euro gesunken, der Verlust lag bei 91,7 Millionen Euro nach 8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Escada will bis zum Sommer ein aus mehreren Teilen bestehendes Finanzkonzept durchbringen. "Es ist geplant, die finanzielle Restrukturierung im Laufe des Monats Juli abzuschließen", heißt es in dem Halbjahresbericht. Für eine Kapitalerhöhung von 30 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits die Unterstützung wichtiger Großaktionäre, der Tchibo-Familie Herz und des spanischen Investors Bestinver.

Daneben ist die Umwandlung einer Anleihe mit einem Volumen von 200 Millionen Euro geplant, bei der die Anleger finanzielle Abstriche machen sollen. Wenn sie nicht mitziehen, droht Escada nach eigenen Angaben die Insolvenz. Die Konditionen für die Umwandlung sollen in diesem Monat veröffentlicht werden.

dpa

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