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Das Logo des russischen Energieversorgers Gazprom hängt in Berlin an der Außenfassade der Deutschlandzentrale des Unternehmens.

Etappensieg für Gazprom

Bonn - Der russische Staatskonzern Gazprom steht bei seinen Bemühungen um den Ausbau seiner Marktposition in Deutschland vor einem Etappensieg.

Das Bundeskartellamt will dem Gasproduzenten eine Minderheitsbeteiligung am größten ostdeutschen Gasversorger VNG erlauben. Die Wettbewerbsbehörde erklärte am Freitag, sie erwarte durch das Engagement “keine nachteilige Verstärkung der Marktposition Gazproms“.

Der Schritt ist für die Russen von strategischer Bedeutung. Denn Gazprom will sich nicht länger auf die Rolle des Gaslieferanten beschränken, sondern sucht nach Möglichkeiten, weitere Stufen der Wertschöpfungskette zu besetzten. So übernahmen die Russen im vergangenen Jahr den hessischen Strom- und Telekommunikationsanbieter Envacom und prüfen den Bau von Gaskraftwerken in Bayern .

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Die Beteiligung an der VNG hatte Gazprom schon vor zwei Jahren auf 10,52 Prozent verdoppelt, zunächst aber in Abstimmung mit der Wettbewerbsbehörde auf die Ausübung der zusätzlichen Stimmrechte verzichtet. Da die Absprache aber befristet war, müssen die Bonner Kartellwächter nun über den Zukauf entscheiden.

Dabei berücksichtigten die Wettbewerbshüter auch, dass neben Gazprom die BASF-Tochter Wintershall - ein langjähriger Partner der Russen - mit 15,8 Prozent an der VNG beteiligt ist und die Unternehmen zusammen über eine Sperrminorität verfügen werden.

Endgültige Entscheidung am Monatsende

Unter dem Strich sah die Behörde aber dennoch keinen Grund für ein Veto. Zwar habe Gazprom auf dem Markt für die Förderung von Erdgas und den Import nach Deutschland einen Marktanteil von rund einem Drittel. Doch führe die Minderheitsbeteiligung an der VNG nicht zu einer nachteiligen Verstärkung dieser Marktposition.

Auf den nachgelagerten Marktstufen - etwa der Belieferung von regionalen Weiterverteilern durch die überregionalen Ferngasgesellschaften oder die Belieferung von großen Industriekunden - verfügt dagegen nach vorläufiger Einschätzung der Wettbewerbshüter weder VNG noch Wintershall über eine marktbeherrschende Stellung. Hier beobachte das Bundeskartellamt vielmehr eine positive Wettbewerbsentwicklung, hieß es in Bonn.

Die Unternehmen und beigeladene Wettbewerber haben nun noch bis zum 25. Januar Zeit, zu den Plänen der Wettbewerbsbehörde Stellung zu nehmen. Seine endgültige Entscheidung will das Kartellamt nach Ablauf dieser Frist Ende des Monats bekanntgeben.

dapd

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