ETF: Die index-basierten Fonds gehören inzwischen für viele Privatanleger zu den beliebtesten Vorsorge-Produkten.
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ETF: Die index-basierten Fonds gehören inzwischen für viele Privatanleger zu den beliebtesten Vorsorge-Produkten.

Vorsorge

Reich nach Plan – Die besten ETF-Sparpläne

  • vonUli Lohrer
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ETF-Sparpläne eignen sich mit kleinen Beträgen und niedriger Kosten zum Vermögensaufbau. Wie Anleger mit ETF-Sparplan-Rechner den besten ETF-Sparplan finden.

  • Was ist ETF-Sparen und mit welchen ETF-Sparplan-Kosten Anleger rechnen müssen an.
  • Welches sind die besten ETF-Sparpläne nach unterschiedlichen Anlegerzielen?
  • Wie ETF-Sparplan-Rechner bei der Auswahl helfen können.

Ist ein ETF-Sparplan sinnvoll? Für Anleger, die langfristig auch mit kleinen Beiträgen sparen wollen, ist ein ETF-Sparplan sehr gut zum Vermögensaufbau geeignet. Einfach erklärt, ist ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, für den kaum Kaufgebühren und nur sehr niedrige Verwaltungskosten anfallen. Weil ETFs in der Regel nur entsprechend einem ausgewählten Index investieren und daher kein teures aktives Fondsmanagement benötigen, sind die laufenden Verwaltungskosten deutlich geringer als bei einem aktiv gemanagten Fonds.

ETFs können in verschiedene Anlageklassen wie Aktien*, Anleihen oder Rohstoffe investieren. Ein ETF-Fondssparplan in Aktien hat den Vorteil, dass mit Einzahlungen durch regelmäßige Sparbeträge die für Aktien typische Kursschwankungen nicht so stark ins Gewicht fallen. Bei einer längeren Anlagedauer weisen Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen oft höhere Rendite auf. Durch das kostengünstige Investment in viele verschiedene Aktien wird das Risiko im Vergleich zur Anlage in eine einzelne Aktie breit gestreut. ETF-Sparpläne für Kinder sind wegen der geringen Sparraten und den geringen Kosten beispielsweise gut zur Finanzierung der Ausbildung geeignet.

Was ein ETF Sparplan kostet

Wie bei jedem Fondssparplan, fallen auch bei einem ETF-Sparplan einmalige und laufende Kosten für den Fonds sowie oft Kosten für die laufende Einzahlung über die Bank sowie für Depotkosten an. Während bei aktiv gemanagten Fonds ein Ausgabeaufschlag (Agio) von bis zu fünf Prozent anfällt, fällt beim ETF durch den Kauf an der Börse ein Spread – die Differenz zwischen dem Ankaufs- und dem Verkaufskurs an, der oft weniger als 0,1 Prozent ausmacht. Auch die laufenden Verwaltungskosten eines aktiv gemanagten Aktienfonds mit etwa 0,8 bis 1,5 Prozent pro Jahr betragen oft ein Vielfaches der jährlichen Verwaltungskosten eines ETF. Diese reichen meist von 0,05 bis 0,4 Prozent.

Viele Banken berechnen für die Durchführung der Sparpläne zudem Kosten von einem prozentualen Anteil am Kaufvolumen. In der Regel 1,5 bis 1,75 Prozent. Andere Banken erheben fixe Euro-Beträge, die oft 0,90 Euro bis 1,50 Euro betragen. Einige Anbieter bieten die Durchführung eines ETF-Sparplans für die von ihnen angebotenen ETFs oder eine Auswahl von ETFs auch kostenfrei an.

Was sind die besten ETF-Sparpläne?

Welcher ETF der beste ist, hängt von Vorstellungen und Zielen des Anlegers ab. Zur Auswahl stehen verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe und Edelmetalle wie Gold*. ETFs werden für eine Vielzahl von Indizes für verschiedene Länder und Regionen angeboten. Bei Sparplänen mit einer Anlagedauer von zehn Jahren und länger ist die Anlage in Aktien am sinnvollsten, da kurzfristige Kurseinbrüche ausgesessen werden können und Aktien über längere Zeiträume in der Vergangenheit oft die höchsten Renditen vorweisen konnten.

Anleger können bestimmte Länder oder Regionen bevorzugen, etwa weil der zugrundeliegende Index bekannte Unternehmen aus dem Heimatland umfasst oder sich in einer Wirtschaftsregion befinden, die etwa eine gemeinsame Währung, wie der Euro aufweist. Andere Anleger möchten dagegen ihre Aktienanlage möglichst breit über verschiedene Länder oder Regionen streuen oder Regionen mit hohem Wirtschaftswachstum wie Schwellenländer abdecken. Je bekannter ein Index, desto größer ist oft die Auswahl der ETF-Sparpläne und umso geringer sind dann oft die ETF-Sparplan-Kosten.

ETF-Sparpläne auf den DAX und auf europäische Aktienindizes

Der bekannteste deutsche Aktienindex ist der DAX*, der die Wertentwicklung der 30 größten Unternehmen misst. Größter ETF auf den DAX ist mit einem Anlagevermögen von mehr als sechs Milliarden Euro ist der iShares Core DAX Ucits ETF mit der internationalen Wertpapierkennnummer (ISIN) DE0005933931. Die Gesamtkostenquote des bereits Ende 2000 aufgelegten ETF beträgt 0,16 Prozent.

Der mit einem Anlagevolumen von 3,6 Milliarden Euro zweitgrößte ETF, der Xtrackers DAX Ucits ETF (ISIN: LU0274211480), hat sogar nur Kosten von 0,09 Prozent. Breiter gestreut bezüglich der Anzahl der Unternehmen und der Länder ist der europäische Aktienindex STOXX Europe 600, der die Wertentwicklung der größten 600 Unternehmen aus dem Euroraum und anderen europäischen Ländern wie die Schweiz und Großbritannien abbildet. Mit einem Anlagevolumen von sechs Milliarden Euro ist der iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (ISIN: DE0002635307) mit 0,2 Prozent Kosten der größte ETF, der zweitgrößte Lyxor Core Europe 600 (ISIN: LU0908500753) hat aber eine niedrigere Gesamtkostenquote von 0,07 Prozent. Alle diese ETF sind als Sparplan, bei einigen Anbietern auch ohne Sparplan-Gebühren, erhältlich.

ETF-Sparpläne auf den MSCI World und Schwellenländer

Sparer, die das Anlagerisiko weltweit streuen wollen, können den MSCI World wählen – den bekanntesten Weltindex. Der MSCI World erfasst die Wertentwicklung von 1582 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Dabei nehmen Aktiengesellschaften aus den USA, dem mit Abstand größtem Aktienmarkt, einen Anteil von etwa zwei Drittel ein.

Der iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (IE00B4L5Y983) ist mit einem Fondsvermögen von mehr als 30 Milliarden US-Dollar der größte ETF auf diesen Index. Die niedrigsten Kosten hat mit 0,12 Prozent der SPDR NSCI World UCITS ETF (IE00BFY0GT14). Der MSCI World umfasst allerdings keine Firmen aus Schwellenländer wie China oder Indien, deren Volkswirtschaften einen beträchtlichen Anteil an der Weltwirtschaft haben und die oft ein überdurchschnittlich stark wachsen.

Der MSCI Emerging Markets bildet die Wertentwicklung der größten 1380 Unternehmen aus 27 Schwellenländer ab. Der größte ETF auf diesen Index ist der Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF (IE00BTJRMP35), der kostengünstigste der Lyxor MSCI Emerging Markets (LU0635178014) mit 0,14 Prozent. Der Index MSCI ACWI (All Country World Index) beinhaltet als umfassender Weltindex Aktien der Industrie- und Schwellenländer. Der kostengünstigste ETF mit 0,2 Prozent ist der iShares MSCI ACWI UCITS ETF (IE00B6R52259).

Wie ETF-Sparplan-Rechner Sparer können

Im Internet gibt es Portale, die die ETF- und Sparplananbieter nach Kosten, Mindestanlage und Einzahlturnus miteinander vergleichen. So kann beispielsweise für einen vierteljährlichen Sparbetrag von 50 Euro die Bank oder der Broker mit dem kostengünstigsten ETF-Sparplan auf den MSCI World herausgesucht werden. Bei vielen Anlegern sind oft nur die großen Direktbanken oder besonders günstige Anbieter bekannt.

Ob der ETF Sparplan von Comdirect, Ing-Diba, Trade republic oder von einer Sparkasse für den Anleger am besten passt, kann über Vergleichsportalen und Publikationen wie justETF oder extraetf herausgefunden werden. Außer diesen hilfreichen Vergleichen von ETF-Sparplänen bieten Internetportale auch andere hilfreiche Funktionen an. So bietet Sparplan-Vergleich eine Erläuterung an, was bei einem ETF-Sparplan für Kinder zu beachten ist. Wie sich beispielsweise die Höhe unterschiedlicher Kosten eines Sparplans und die laufenden Kosten eines ETF für eine vorgegebene Sparrate bei einer bestimmten Rendite auf die Vermögensbildung auswirkt, darüber informiert der ETF-Sparplan-Rechner von justETF.

Wer als Anleger diese Rechner nutzt, bekommt ein gutes Gefühl, wie der Vermögensaufbau mit einem ETF-Sparplan funktionieren kann. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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