Entscheidung offiziell: Das planen die Bayern mit Coman

Entscheidung offiziell: Das planen die Bayern mit Coman
+
Hohe Kartengebühren für Einzelhändler - das ist in der EU schon länger ein Thema. Jetzt kommt der Deckel.

Verbraucherrecht

EU deckelt Gebühren beim Kreditkarten-Einkauf

Brüssel - Hohe Kartengebühren für Einzelhändler - das ist in der EU schon länger ein Thema. Jetzt kommt eine Obergrenze. Davon sollen auch die Verbraucher profitieren.

Für den Einkauf mit Kredit- und EC-Karten werden in Europa künftig geringere Gebühren fällig. Damit würden Händler entlastet und letztlich auch die Kunden, betonte das Europaparlament nach Verhandlungen mit Vertretern der 28 EU-Mitgliedstaaten. Verbraucherverbände begrüßten die am Mittwochabend bekanntgegebene Einigung. Bei der Deckelung geht es um Verarbeitungsgebühren, die Banken untereinander festlegen und von den Einzelhändlern verlangen, wenn Kunden beim Einkauf mit Karte zahlen.

Die Händler schlagen diese Gebühren zumeist auf die Preise auf. Künftig sollen die Gebühren bei Kreditkarten höchstens 0,3 Prozent des Kaufpreises betragen dürfen, bei EC- und anderen Bankkarten 0,2 Prozent. Große Anbieter in dem Bereich sind etwa Visa oder Mastercard. Nach Informationen der Kommission lag die durchschnittliche Gebühr in Deutschland im vergangenen Jahr bei Kreditkarten bei 1,8 Prozent und bei EC- und sonstigen Bankkarten bei 0,49 Prozent.

Mit der Begrenzung erspare die EU den Verbrauchern Milliarden, meinte der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold. Nach seinen Angaben zahlen Händler in Europa sechs Milliarden Euro jährlich für Kartenzahlungen. Für inländische Transaktionen mit Debitkarten können die EU-Staaten auch eine feste Gebühr von fünf Cent alternativ zum Deckel von 0,2 Prozent einführen. „Damit herrschen in ganz Europa einheitliche Bedingungen und Transparenz für den Verbraucher“, betonte der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber.

Ein Frage bleibt allerdings, ob der Handel den Kostenvorteil an die Verbraucher weitergeben wird. Monique Goyens von der europäischen Verbraucherorganisation BEUC erhofft sich aber deutliche Entlastung für die Menschen. Die Banken hätten es vorgezogen, den Verbrauchern Karten mit höheren Gebühren auszustellen, weil das ihre Einnahmen garantiert habe. Die hohen Tarife seien ein Hindernis für einen gemeinsamen europäischen Markt in dem Bereich gewesen. „Wir erwarten nun, dass die Einzelhändler sich an ihr Versprechen halten, die niedrigeren Kosten an die Verbraucher weiterzugeben, indem sie die Preise senken.“

Der Kompromiss muss später noch von der Volksvertretung und dem EU-Ministerrat in Brüssel - dort sind die Mitgliedstaaten vertreten - förmlich bestätigt werden. Der Gebühren-Deckel soll laut dem Parlament sechs Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes greifen. Das Europaparlament wird erst im kommenden Jahr über den Kompromiss abstimmen können.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wirbel um Kältemittel: Daimler soll Rückruf auf starten
Stuttgart/Flensburg - Der Autobauer Daimler soll bei knapp 134.000 Autos ein Kältemittel in Klimaanlagen austauschen. Dazu forderte ihn das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) …
Wirbel um Kältemittel: Daimler soll Rückruf auf starten
Unfassbar, auf welchem Weg Burger King jetzt Bestellungen annimmt
Madrid - Burger King will besonders clever sein. Um einen Burger zu bestellen, bietet die Fast-Food-Kette jetzt einen ganz neuen Weg an. Allerdings brauchen die Kunden …
Unfassbar, auf welchem Weg Burger King jetzt Bestellungen annimmt
EZB hält das Geld billig - Leitzins bei null Prozent
Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent. EZB-Präsident Mario Draghi hatte Hoffnung auf eine Änderung der …
EZB hält das Geld billig - Leitzins bei null Prozent
Gewerkschaften kritisieren Linde-Aufsichtsratschef Reitzle
München - Linde-Beschäftigte haben am Donnerstag an mehreren deutschen Standorten gegen die geplante Fusion mit dem US-Gasekonzern Praxair protestiert.
Gewerkschaften kritisieren Linde-Aufsichtsratschef Reitzle

Kommentare