EU-Finanzchefs: Euro ist nicht gefährdet

Brüssel - Die Euro-Währung ist nach Einschätzung der europäischen Finanzminister trotz der schweren Schuldenkrise nicht gefährdet.

“Wir sind bereit, den Euro notfalls zu verteidigen“, sagte der Niederländer Jan Kees de Jager am Dienstag in Brüssel am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen. “Alle Finanzminister stehen hinter dem Euro. Deshalb sehe ich keinen Grund, irgendeine Gefahr zu sehen.“ De Jager und andere Minister forderten, sich in den Mitgliedstaaten auf die nötigen Reformen und Sparanstrengungen zu konzentrieren und den Euro-Stabilitätspakt zu stärken. Der Luxemburger Luc Frieden sagte: “Kurzfristig müssen wir zuerst dafür sorgen, dass die Budgetdefizite in den Mitgliedstaaten heruntergehen.“

Auch der österreichische Minister Josef Pröll forderte, die Defizite herunterzufahren. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verteidigte die Entscheidung, den Rettungsschirm für finanziell angeschlagene Eurostaaten nicht weiter auszudehnen. Darauf hatten sich die Euro- Finanzchefs am Montagabend verständigt. Bevor ein größerer Schirm oder Euro-Anleihen diskutiert werden, müsste zunächst der Beschluss zu den Irland-Hilfen von 85 Milliarden Euro in Kraft treten. Schäuble sagte: “Die Politiker brauchen auch ein bisschen Zeit, um den Rest der Welt davon zu überzeugen, was wir gerade entschieden haben.“

Schäuble und seine EU-Amtskollegen wollten die Hilfen für das krisengeschüttelte Irland im Laufe der Sitzung billigen. Die 16 obersten Kassenhüter des Eurogebietes hatten bereits eine entsprechende Entscheidung am Vorabend getroffen. Wegen ausufernder Schulden in einigen Mitgliedsländern wie Griechenland, Irland oder Portugal war der Euro wieder unter Druck geraten. Irland ist das erste Land, das unter den europäischen Rettungsschirm von 750 Milliarden Euro schlüpft.

dpa

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