+
Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker (re.) und EU-Finanzkommissiar Olli Rehn (li).

EU-Finanzminister einigen sich auf Hedgefonds-Regulierung

Luxemburg - Die EU-Finanzminister haben sich auf strenge Regeln für Hedgefonds geeinigt. Das verlautete beim Treffen der EU-Ressortchefs am Dienstag in Luxemburg.

Erstmals sollen Hedgefonds-Manager in der EU nun scharf kontrolliert werden, zudem müssen sie ihre Geschäfte besser gegen Risiken absichern. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sprach nach der Einigung auf dem Ministertreffen in Luxemburg am Dienstag von einem entscheidenden Schritt zu einer lückenlosen Finanzmarktregulierung.

Bevor die Regeln in Kraft treten, muss das EU-Parlament noch zustimmen. Kernstück der Einigung ist die Einführung eines “EU-Passes“. Diesen müssen außerhalb der Europäischen Union ansässige Hedgefonds-Manager beantragen, um ihre Produkte in der EU zu verkaufen. Die Zulassung in einem der 27 Mitgliedstaaten würde ihnen dann Zutritt zum gesamten europäischen Markt verschaffen - sie müssten sich nicht in jedem Land einzeln registrieren lassen.

Frankreich befürchtete, dass Großbritannien als größtes europäisches Finanzzentrum mit Einführung eines solchen Passes weitreichende Entscheidungskompetenzen im Hinblick auf die Zulassung von Hedgefonds erhalten könnte. Die Briten widersetzten sich lange einer strengen Kontrolle der hochspekulativen Fonds und pochten auf Ausnahmeregelungen.

Laut Barnier werden die neu geschaffenen EU-Aufsichtsbehörden nun weitreichende Befugnisse erhalten: Sie sollen Zugang zu alle notwendigen Informationen erhalten, um die Risiken der Hedgefonds-Geschäfte beurteilen zu können. Bei Bedenken können sie die Geschäfte unterbinden.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unternehmer Lauda greift Lufthansa wegen Niki-Übernahme an
Lufthansa wolle Nicki zerstören. Mit diesen scharfen Worten greift der frühere Rennfahrer Niki Lauda, die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa an. 
Unternehmer Lauda greift Lufthansa wegen Niki-Übernahme an
Belastetes BASF-Produkt: 90 Prozent zurückgeholt
Ludwigshafen (dpa) - In der Affäre um ein verunreinigtes BASF-Kunststoffprodukt für Matratzen und Autositze kommt die Rückholaktion des Unternehmens voran.
Belastetes BASF-Produkt: 90 Prozent zurückgeholt
Mehr Beschwerden über teure Inlandsflüge
Berlin (dpa) - Die Verbraucherzentralen spüren wachsenden Kundenärger über starke Preissprünge bei Inlandsflügen nach der Pleite von Air Berlin. Derzeit sei "eine …
Mehr Beschwerden über teure Inlandsflüge
Protest gegen Stellenabbau bei Teva
Der Teva-Konzern aus Israel ist ein global vernetztes Unternehmen - er kontrolliert auch den deutschen Medikamenten-Hersteller Ratiopharm. Die vorgesehenen Jobkürzungen …
Protest gegen Stellenabbau bei Teva

Kommentare