EU-Kommission: Banken auf Weg zur Normalität

Brüssel - Europas Banken greifen kaum noch auf staatliche Krisenhilfen wie Garantien oder Risikoschirme zurück. Diese Rückkehr zur Normalität belegt die EU-Kommission.

Nach dem Anzeiger für staatliche Beihilfen, den die EU-Kommission am Donnerstag veröffentlichte, erreichten die Finanzspritzen der Staaten in den Monaten nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 ihren Höhepunkt und sinken seit dem Frühjahr 2009 kontinuierlich. “Der Rückgang ist ein ermutigendes Zeichen für eine schrittweise Normalisierung des Geschehens im Finanzsektor“, sagte EU- Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

Frankreich, Italien und Großbritannien hätten bereits entschieden, ihre Garantieregeln nicht zu verlängern. Insgesamt unterstützten die EU-Mitgliedsländer ihren Bankensektor in den vergangenen eineinhalb Jahren mit 1,24 Billionen Euro. Dieses Geld wurde für staatliche Garantien und Rekapitalisierungsmaßnahmen ausgezahlt. Geplant war mit 4,13 Billionen Euro eine viel höhere Krisenhilfe, die auch von Brüssel genehmigt wurde und zu drei Vierteln für Risikoschirme in 19 Ländern vorgesehen war.

Diese Summen wurden aber letztlich nicht gebraucht - beispielsweise kamen Finnland, Polen und die Slowakei ohne Garantieregeln aus. Die EU-Kommission rief die Banken dazu auf, den Umbau des Sektors fortzusetzen. Dazu gehöre, Bilanzen zu bereinigen und die Risikotragfähigkeit zu verbessern. “Banken müssen ihre Rolle als Kreditgeber der Wirtschaft wieder ohne staatliche Hilfe wahrnehmen können“, schrieb die Brüsseler Behörde. Nach den Plänen der Kommission sollen Europas Banken in Zukunft selber zahlen, wenn sie in Finanzkrisen in Not geraten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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