EU-Kommission dämpft Konjunkturprognose ein

Brüssel - Angesichts hoher Rohstoffpreise und anhaltender Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten hat die EU-Kommission ihre Konjunkturerwartungen für das laufende Jahr kräftig nach unten geschraubt.

Die Wirtschaft der Eurozone dürfte um 1,3 Prozent wachsen, das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als im April vorhergesagt, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Für die gesamte EU mit 27 Staaten erwartet die Behörde ein Wachstum von 1,4 Prozent, 0,6 Prozentpunkte weniger als zuvor. Ihre Prognose für Deutschland von 1,8 Prozent beließ die EU-Kommission dagegen unverändert.

Die Geschäftstätigkeit sei im ersten Halbjahr recht kräftig gewesen und habe trotz der schwächeren weltweiten Konjunkturlage sogar stärker zugelegt als in der Frühjahrsprognose der Kommission vorhergesagt.

EU-Währungskommissar Joaquín Almunia rief die Mitgliedstaaten auf, in diesem "schwierigen und unsicheren Umfeld" am Reformkurs festzuhalten. "Die seit einem Jahr andauernden Turbulenzen auf den Finanzmärkten, die Energiepreise, die sich in diesem Zeitraum fast verdoppelt haben und die Korrekturen auf einigen Immobilienmärkten haben Auswirkungen auf die Wirtschaft gehabt", sagte Almunia.

Allerdings habe das jüngste Sinken der Ölpreise sowie die Abschwächung des Euro für etwas Erleichterung gesorgt. "Europas Reform-Agenda voranzubringen ist entscheidend, um Arbeitsplätze zu schaffen und besser mit externen Schocks umzugehen." Das Vertrauen in die Finanzmärkte müsse wiederhergestellt und die öffentlichen Haushalte weiter saniert werden.

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