Monopolgefahr

EU-Kommission hat starke Bedenken bei Lufthansa-Übernahme von Air Berlin

Die EU-Kommission sieht die geplante Übernahme großer Teile von Air Berlin durch die Lufthansa sehr kritisch.

"Wir haben starke Wettbewerbsbedenken", sagte die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager am Freitag in Brüssel. Es bestehe das "Risiko, dass Lufthansa auf einigen Strecken das Monopol haben wird". Die Kommission prüft die Übernahme zunächst bis 21. Dezember.

Deutschlands größte Airline will für 210 Millionen Euro insgesamt 81 der 140 Maschinen von Air Berlin übernehmen sowie Start- und Landerechte (Slots). Die EU-Kommission hat Bedenken wegen der dann großen Marktmacht der Lufthansa. Das Unternehmen machte daher nach eigenen Angaben bereits Zugeständnisse.

Kommissarin Vestager sagte am Freitag, die Kommission wolle noch Informationen von Kunden und Wettbewerbern, um ihre Zweifel bezüglich des Kaufs auszuräumen. Medienberichten zufolge ist Lufthansa bereit, Slots an wichtigen Flughäfen wie Berlin, Düsseldorf oder Palma de Mallorca abzugeben.

Vertiefte Prüfung droht

Sollte die EU-Kommission bis 21. Dezember keine Entscheidung getroffen haben, kann sie eine vertiefte Prüfung der Übernahme einleiten. Dafür sind 90 Tage vorgesehen - eine Verlängerung ist möglich.

"Alles hängt von der Lage der Wettbewerber ab", sagte Vestager am Freitag. Langfristig sei es für die Kunden in Deutschland und in Österreich wichtig, die Wahl zu haben - und Unternehmen zu haben, die sich Konkurrenz machen und so die Preise niedrig halten.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb wurde bis Ende Oktober dank eines staatlichen Überbrückungskredits in Höhe von 150 Millionen Euro aufrecht erhalten.

afp

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