Deutsche Wirtschaft gegen EU-Rentenpläne

Brüssel - Die EU-Kommission will, dass künftig Betriebsrenten-Ansprüche bei einem Arbeitgeberwechsel mitgenommen werden können. Die deutsche Wirtschaft macht Front gegen die Pläne.

Derzeit ist das in Deutschland nach fünf Jahren möglich. Mehrere Millionen Arbeitnehmer haben in der Bundesrepublik Anspruch auf eine Betriebsrente.

EU-Sozialkommissar Laszlo Andor will den Beschäftigungszeitraum verringern, ab dem Betriebsrenten-Ansprüche mitgenommen werden können. Die Mobilität von Arbeitnehmern dürfe nicht behindert werden, sagte er am Donnerstag bei der Vorlage eines „Renten-Weißbuches“ in Brüssel. Andor kündigte noch für dieses Jahr einen erneuten Vorstoß an.

Die deutsche Wirtschaft wehrt sich insbesondere gegen mögliche strengere Vorschriften zur Kapitalabsicherung der Betriebsrenten. „Die im Weißbuch angekündigte Überarbeitung der Pensionsfonds-Richtlinie darf nicht dazu führen, dass die Arbeitgeber die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung mit neuen Milliardenbeträgen ausstatten müssen“, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Eine solche Maßnahme sei nicht angemessen, weil die Ansprüche der Arbeitnehmer in Deutschland schon jetzt umfassend durch den Pensionssicherungsverein gesichert seien.

Auch der CDU-Sozialpolitiker Peter Weiß fürchtet bei Umsetzung des Vorstoßes negative Auswirkungen. „Das deutsche System der betrieblichen Altersversorgung ist als ergänzende Säule zur gesetzlichen Rentenversicherung wichtiger denn je für die Absicherung der Arbeitnehmer“, sagte Weiß. Unter den schwierigen Bedingungen der Finanz- und Wirtschaftskrise habe sich die betriebliche Säule gerade wieder als solide und leistungsfähig erwiesen. Weiß: „Wir werden daher mit Nachdruck für den Erhalt des bewährten Systems kämpfen.“

Ablehnend äußerten sich in Hessen Landes-Europaminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) und Landes-Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). „Hände weg von den Betriebsrenten“, warnten sie in einer gemeinsamen Erklärung. Gut funktionierende Systeme in einzelnen Nationalstaaten dürften „durch verschärfte Auflagen aus Brüssel nicht zerschlagen werden“.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Einfach-Handy Nokia 3310 kommt zurück
Barcelona - Als hätte es die Smartphone-Revolution nicht gegeben: Das klassische Einfach-Handy Nokia 3310 wird neu aufgelegt. Die bunte Reinkarnation bekam beim Mobile …
Einfach-Handy Nokia 3310 kommt zurück
Google heizt Wettlauf um schlauere Smartphones der Zukunft an
Barcelona - Google Assistant gegen Alexa gegen Siri: Der Kampf digitaler Assistenten um die Gunst der Nutzer spitzt sich zu. Google will nun im Kielwasser der …
Google heizt Wettlauf um schlauere Smartphones der Zukunft an
LG präsentiert neue Geräte - G6 mit großem Bildschirm
Barcelona - Wird es erfolgreicher, als der Vorgänger? LG stellt auf dem Mobile World Congress mit dem G6 das aktuellste Modell seines Smartphone-Flagschiffs vor - und …
LG präsentiert neue Geräte - G6 mit großem Bildschirm
Starinvestor Buffett mit Gewinnsprung
Warren Buffetts Gespür für lukrative Geldgeschäfte hat seinen Aktionären einen weiteren Milliardengewinn beschert. In seinem Brief an die Investoren macht die …
Starinvestor Buffett mit Gewinnsprung

Kommentare