+
Landwirt auf einem Spargelfeld in Niedersachsen. Die EU-Bauern haben wegen gesunkener Weltmarktpreise und des russischen Importstopps für EU-Agrarprodukte erhebliche verringerte Einnahmen. Foto: Julian Stratenschulte

EU-Minister für Unterstützung für Landwirtschaftsbetriebe

Die Preise für Milch und Schweinefleisch sind im Keller. Die Branche ächzt. Die EU-Landwirtschaftsminister haben sich nun für zusätzliche Maßnahmen ausgesprochen.

Brüssel (dpa) - Vor dem Hintergrund des andauernden Preistiefs für wichtige Agrarprodukte wie Milch haben sich die EU-Staaten für Krisenmaßnahmen ausgesprochen.

Die EU-Kommission solle nun Wege ermöglichen, der unter Druck geratenen Branche beizustehen, teilte die niederländische EU-Ratspräsidentschaft am Montag in Brüssel mit. Unter anderem sollten zeitlich begrenzte Mengenregulierungen für Milchprodukte auf freiwilliger Basis möglich sein.

Wegen gesunkener Weltmarktpreise und des russischen Importstopps für EU-Agrarprodukte sind die Einnahmen etlicher Landwirtschaftsbetriebe stark eingebrochen. Betroffen sind vor allem die Preise für Milch sowie für Schweinefleisch. Die EU hatte im vergangenen Jahr ein Hilfsprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro bereitgestellt. Davon waren rund 69 Millionen Euro auf Deutschland entfallen.

Die EU-Minister diskutierten auch über strengere Vorgaben zur Mengenreduzierung für Agrarprodukte, mit denen die Preise wieder in die Höhe getrieben werden könnten. Eine Reihe an Mitgliedstaaten lehnt diese Maßnahmen jedoch als zu starke Markteingriffe ab. "Lösungen für die angespannte Situation können nur im Markt gefunden werden", sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Die EU-Kommission solle nun vor allem ihre Initiative zur Erschließung neuer Absatzmärkte für europäische Bauern fortsetzen, hieß es von den EU-Ministern. EU-Agrarkommissar Phil Hogan war dafür jüngst etwa in Mexiko und Kolumbien zu Gesprächen unterwegs.

Nach Ansicht der EU-Minister solle die EU-Kommission zudem ein neues Unterstützungsprogramm für die Lagerung von Schweinefleisch prüfen. Die Brüsseler Behörde hatte seit Anfang Januar für einige Wochen Lagerkosten für Schweinefleisch übernommen, um das Angebot auf dem Markt zu verknappen und die Preise zu stabilisieren. Rund 90 000 Tonnen Schweinefleisch wurden in 18 EU-Staaten für eine Dauer von bis zu fünf Monaten vom Markt genommen worden. Das Programm war Ende Januar ausgelaufen.

Darüber hinaus solle nach Ansicht der EU-Landwirtschaftsminister intensiver an einer Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Russland gearbeitet werden. Russland hatte als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts seinerseits einen Importstopp für EU-Agrarprodukte verhängt. Damit war Europas Bauern ein wichtiger Absatzmarkt verloren gegangen.

Deutschland und Frankreich hatten sich bereits in der vergangenen Woche für weitere EU-Krisenhilfen für die Landwirtschaft stark gemacht. Zur Unterstützung der Bauern sei etwa ein neues Liquiditätsprogramm geeignet, hieß es von deutscher Regierungsseite. Der Deutsche Bauernverband forderte ein europäisches Hilfspaket in Höhe von zwei Milliarden Euro.

Informationen des Rates zu dem Treffen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax mit zweitgrößtem Tagesverlust des Jahres
Frankfurt/Main (dpa) - Die negative Mischung aus internationalem Handelsstreit, politischer Unsicherheit in Deutschland und einem sehr schwachen New Yorker Aktienmarkt …
Dax mit zweitgrößtem Tagesverlust des Jahres
USA wollen China Käufe von Technologiefirmen verbieten
US-Präsident Donald Trump dreht im Handelsstreit mit China weiter an der Eskalationsschraube. Nach Strafzöllen könnten nun weitere Hürden folgen.
USA wollen China Käufe von Technologiefirmen verbieten
Rückruf mehrerer Produkte: Nach Verzehr drohen Gesundheitsgefahren
Wegen möglicher Gesundheitsrisiken hat ein Lebensmittelhersteller mehrere seiner Produkte zurückgerufen. Wegen überschrittener Grenzwerte können sie Sehstörungen …
Rückruf mehrerer Produkte: Nach Verzehr drohen Gesundheitsgefahren
Saarland will Standort von Tesla-Fabrik werden
Saarbrücken (dpa) - Das Saarland bringt sich als Fabrik-Standort für den Elektroauto-Hersteller Tesla ins Gespräch.
Saarland will Standort von Tesla-Fabrik werden

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.