+
Ein Mähdrescher erntet Wintergerste auf einem Feld im Landkreis Oder-Spree. Foto: Patrick Pleul

Zukunft der Agrarpolitik

EU stellt Pläne für Verteilung von Agrar-Fördergeldern vor

Wegen des Brexits fehlen im EU-Haushalt nach 2020 Milliardensummen. Die EU-Kommission will dafür unter anderem bei den Agrarsubventionen kürzen. Nun präsentiert sie heiß erwartete Details.

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission präsentiert heute ihre detaillierten Vorschläge für die künftige Verteilung von Agrarfördergeldern in Europa. Landwirtschaftskommissar Phil Hogan wird die Pläne für die Zeit nach 2020 in Brüssel der Öffentlichkeit vorlegen.

Die Vorschläge sind Teil der EU-Finanzplanung für das kommende Jahrzehnt. Anfang Mai hatte EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger bereits verkündet, dass die Agrarfördergelder künftig reduziert werden sollten. Darüber müssten sich jedoch die EU-Staaten noch einig werden, das Europaparlament muss ebenfalls zustimmen.

Die Direktzahlungen an Landwirte sollten demnach um vier Prozent, die Gelder für den gesamten Agrarbereich unterm Strich um fünf Prozent gekürzt werden, sagte Oettinger.

Die Agrarförderung ist derzeit der größte Posten im EU-Budget, etwa 58 Milliarden Euro fließen pro Jahr an die Bauern, der Großteil davon als Direktzahlungen. Hierzulande erhält jeder Agrarbetrieb im Schnitt etwa 280 Euro pro Hektar an Direktzuschüssen.

Die EU-Kommission hatte zuletzt bereits ins Gespräch gebracht, den EU-Staaten bei der Gestaltung ihrer jeweiligen Agrarpolitik und der Verteilung von EU-Fördergeldern mehr Flexibilität einzuräumen. Zudem könnten die Direktzahlungen für einzelne Betriebe künftig ab einer bestimmten Summe gedeckelt werden.

Umweltschützer und Grüne sehen den Vorschlägen mit Bangen entgegen. "Die Vorschläge der Kommission für die künftige Agrarpolitik bedeuten, soweit sie bisher bekannt wurden, einen Schritt zurück in vergangene Zeiten", meinte der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling. Die bisher bestehende Vorgabe, wonach 30 Prozent der Zahlungen an Umweltauflagen gekoppelt sind, werde wohl gestrichen. "Klarer kann eine Kommission nicht ausdrücken, worauf es ihr wirklich ankommt: Freie Fahrt für eine großagrarische Landwirtschaft, die ohne Rücksicht auf die Natur billige Massenware erzeugt."

"Die europäische Agrarpolitik braucht Lösungen, die das Wohl von Umwelt und Landwirten verbinden", hieß es von der Umweltschutzorganisation WWF. "Betriebe, die vom heutigen System zwar stark wirtschaftlich profitieren aber wenig zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beitragen, sollten in Zukunft weniger staatliche Unterstützung bekommen. Landwirte die hingegen die Umwelt und unsere Kulturlandschaft schützen, müssen dafür endlich gerecht entlohnt werden."

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Tagesschau“ in heiklen Momenten absichtlich abgesagt? - Schwere Vorwürfe gegen Nachrichtenchef
Schwere Anschuldigungen aus dem eigenen Haus: ARD-Nachrichten-Chef Kai Gniffke soll „Tagesschau“-Ausgaben bewusst ausfallen lassen. In einem Schreiben machen Mitarbeiter …
„Tagesschau“ in heiklen Momenten absichtlich abgesagt? - Schwere Vorwürfe gegen Nachrichtenchef
Gemeinsamer Mitarbeiterprotest gegen Bankenfusion geplant
Frankfurt/Main (dpa) - Mitarbeiter von Deutscher Bank und Commerzbank wollen nach einem Bericht des "Handelsblatts" gemeinsam Widerstand gegen eine Fusion der zwei …
Gemeinsamer Mitarbeiterprotest gegen Bankenfusion geplant
Nächster Boeing-Eklat: Trumps Pentagon-Chef unter Beschuss
Die negativen Nachrichten rundum das amerikanische Luftfahrt-Unternehmen Boeing reißen nicht ab. Nun droht sogar ein politischer Skandal - mittendrin Pentagon-Chef …
Nächster Boeing-Eklat: Trumps Pentagon-Chef unter Beschuss
Aldi kopiert Ikea-Produkt - Spezielles Angebot an Kunden
Aldi arbeitet an einem umweltfreundlichen Konzept. Deshalb wird künftig ein weiteres Produkt ohne Plastikummantelung angeboten. Auch eine Anleihe bei Ikea erlaubt sich …
Aldi kopiert Ikea-Produkt - Spezielles Angebot an Kunden

Kommentare