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EU will den Fisch besser schützen

Luxemburg - Europas Meere sind überfischt. Die europäischen Fischereiminister wollen das Ruder herumreißen: Sie einigen sich zwar auf mehr Schutz - doch die Umsetzung folgt erst Jahre später.

Die EU-Länder haben sich auf die Grundzüge einer Reform der gemeinsamen Fischereipolitik geeinigt - schieben die Umsetzung allerdings auf die lange Bank. Nach achtzehnstündigen Verhandlungen lag am Mittwochmorgen ein Kompromiss auf dem Tisch. Die europäischen Fischbestände sollen auf Dauer mit langfristigen Bewirtschaftungsplänen schonender befischt werden. Das umstrittene Verbot, Beifang zurück ins Meer zu werfen, wird nach und nach eingeführt.

Damit einigten sich die Minister zwar prinzipiell darauf, spätestens 2020 die Bestände auf einem langfristig ertragreichen Niveau zu bewirtschaften („höchstmöglicher Dauerertrag“). Dafür müssten jedoch erst Daten zum Zustand der Fischbestände vorliegen - genau diese fehlen seit Jahren.

Eigentlich sollte dieses Niveau schon 2015 erreicht werden. Dazu hatte sich die EU beim Umweltgipfel 2002 in Johannesburg verpflichtet. Die Umweltorganisation WWF kritisierte: „Statt sich an die selbst gestellten Hausaufgaben zu machen, schneiden die Minister Hintertürchen in die Reform. So konservieren sie die Überfischung bis ins nächste Jahrzehnt.“

EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki, die leidenschaftlich für die Reform gekämpft hatte, zeigte sich nach dem Treffen pragmatisch: „Dies ist ein Erfolg, weil wir mit so vielen verschiedenen Meinungen umgehen mussten ... [Es] ist ein Kompromiss, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Auch das von Damanaki vorgeschlagene Verbot, gefangenen Fisch zurück ins Meer zu werfen, wird nur schrittweise umgesetzt. Derzeit landet Fisch, der über die Fangquote hinaus gefangen wird, oft tot oder verletzt wieder im Meer. So halten die Fischer zwar ihre Fangquoten ein, die Tiere sterben aber trotzdem. Dieses Problem will Damanaki angehen. Langfristig sollen diese Beifänge vermieden werden.

Mit der erreichten Einigung gehen die EU-Länder nun in Verhandlungen mit dem EU-Parlament.

dpa

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