EU-Minister besorgt über Euro-Anstieg

- Brüssel - Die Finanzminister der Eurozone haben sich erstmals besorgt über den schnellen Kursanstieg der Gemeinschaftswährung geäußert. "Wir sind besorgt über exzessive Bewegungen der Wechselkurse", hieß es in einer Erklärung der Minister. Zum Handeln nötigt sie die Besorgnis allerdings noch nicht: Die langfristige Strategie habe sich mit dem jüngsten Kursanstieg allerdings nicht geändert. Vorrang habe weiterhin die Stabilität.

Der französische Finanzminister Francis Mer schloss als ein Mittel zur Stabilisierung eine Leitzins-Erhöhung nicht aus. Sein deutscher Kollege Hans Eichel (SPD) äußerte sich nicht zum Euro-Kurs. Er begrüßte lediglich, dass die EU eine gemeinsame Position im Hinblick auf ein Treffen der G-7-Finanzminister Anfang Februar in Florida habe. Zugleich betonte er, dass sich die Erwartungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Eurozone bestätigt hätten. Die Indikatoren hätten sich auch im Dezember verbessert.

"Der Euro muss seinen Wert mittel- und langfristig halten, im Einklang mit den wirtschaftlichen Fundamentaldaten", schrieben die EU-Finanzchefs weiter. Konkrete Schritte zur Intervention im Fall eines weiter steigenden Euro-Kurses besprachen die Minister angeblich nicht. So beschreibt es zumindest der amtierende Ratspräsident und irische Finanzminister Charlie McCreevy.
Die Erklärung wurde auch von EU-Währungskommissar Pedro Solbes und dem neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), dem Franzosen Jean-Claude Trichet, mitgetragen.

Auch interessant

Kommentare