Euro fällt zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit Februar 2008

Frankfurt/Main - Der Kurs des Euro ist am Freitag zum US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit Februar 2008 gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,5005 Dollar gehandelt, nachdem sie am Mittwoch noch über 1,54 Dollar notiert hatte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,5074 (Donnerstag: 1,5471) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,6634 (0,6464) Euro.

Ausgelöst wurde der Kursrutsch vor allem durch Aussagen von EZB- Präsident Jean-Claude Trichet vom Donnerstag, in denen er nach Einschätzung von Volkswirten die Risiken für die Konjunktur stärker betont hat. Eine weitere Leitzinserhöhung wird daher am Markt nicht mehr erwartet. Zuletzt hatten sich die Konjunkturindikatoren in der Eurozone deutlich stärker als von vielen Experten erwartet verschlechtert. So ist die italienische Wirtschaft im 2. Quartal um 0,3 Prozent zum Vorquartal geschrumpft.

Auch in Deutschland und in der Eurozone werden in der nächsten Woche sehr schwache Wachstumsdaten erwartet. "Beim Rückgang des Eurokurses handelt es sich um keine Trendwende, sondern um eine Korrektur, die auch länger anhalten könnte", sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. Die Gemeinschaftswährung könnte jetzt bis auf 1,40 Dollar zurückfallen. Mitte Juli hatte der Euro noch einen Rekordstand von 1,6038 Dollar markiert. Die Konjunkturdaten in der Eurozone hätten sich in den letzten Wochen "dramatisch eingetrübt", sagte Hellmeyer. "Betroffen davon ist mittlerweile auch das bisherige Konjunkturbollwerk Deutschland." Angesichts der deutlich schwächeren konjunkturellen Lage in der Eurozone sei eine Leitzinssenkung durch die EZB bereits im vierten Quartal denkbar. Dies dürfte den Euro weiter belasten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78410 (0,79255) britische Pfund, 165,61 (169,16) japanische Yen und auf 1,6238 (1,6322) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 852,50 (851,70) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 18 325 (18 360) Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zähes Ringen um letztes Hilfspaket für Griechenland
Es sind Griechenland-Rettungsverhandlungen - doch die Finanzminister gehen geradezu in Hochstimmung in die Eurogruppe. Aber dann zieht sich die Sache doch wieder in die …
Zähes Ringen um letztes Hilfspaket für Griechenland
Schock für Primark! Neue Studie enthüllt vernichtendes Detail über Modekette
Schock für den Mode-Riesen Primark! Eine Große Studie einer Mediengruppe aus Frankfurt enthüllt ein vernichtendes Detail über Modekette. Alle Infos hier. 
Schock für Primark! Neue Studie enthüllt vernichtendes Detail über Modekette
Angeblicher Tesla-Saboteur bezeichnet sich als Whistleblower
Tesla hat einen ehemaligen Mitarbeiter verklagt, der dem Konzern angeblich "mutwillig und arglistig" Schaden zufügen wollte. Nun setzt sich der Mann zur Wehr - er sei …
Angeblicher Tesla-Saboteur bezeichnet sich als Whistleblower
BER-Chef sieht noch Zeitreserven bis zur Eröffnung 2020
Noch immer werden im Terminal Kabel neu gezogen, Rohre erneuert, Brandmelder geprüft und Steuerungen programmiert. Der Chef erläutert den Zeitplan - in einem Punkt aber …
BER-Chef sieht noch Zeitreserven bis zur Eröffnung 2020

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.