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Der Kurs des Euro ist am Dienstag im Handel in New York erstmals seit April 2006 unter die Marke von 1,22 US-Dollar gefallen.

Euro fällt erstmals seit vier Jahren unter 1,22 Dollar

New York - Der Kurs des Euro ist am Dienstag im Handel in New York erstmals seit April 2006 unter die Marke von 1,22 US-Dollar gefallen.

Vor allem das Verbot von ungedeckten Leerverkäufen in Deutschland durch die Finanzaufsicht BaFin habe eine erneute Talfahrt ausgelöst, sagten Händler. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf ein neues Vierjahrestief von 1,2162 Dollar. Zuletzt kostete ein Euro 1,2215 Dollar.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,2428 (Montag: 1,2349) Dollar festgesetzt.

Das am Abend in Deutschland beschlossene Verbot von ungedeckten Leerverkäufen auf Staatsanleihen der Eurozone habe die Märkte erneut verunsichert, sagten Händler in New York. Die Maßnahmen zeigten wie verzweifelt die deutschen Behörden gegen spekulative Attacken auf die Finanzmärkte der Eurozone vorgingen.

Verboten wurden auch Leerverkäufe von Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps - CDS) auf Anleihen aus der Eurozone. Das Verbot gilt auch für Aktien von 10 Unternehmen der deutschen Finanzbranche und gilt bereits um Mitternacht.

Belastet werde der Euro aber auch durch eingetrübte Wachstumsaussichten in der Eurozone, sagten Händler. Die weitgehenden Sparmaßnahmen der Regierungen in Südeuropa dürften das Wirtschaftswachstum in der Eurozone insgesamt belasten. Im europäischen Handel hat sich der Euro noch etwas von seinen jüngsten Verlusten erholt und war zeitweise bis auf 1,2444 Dollar gestiegen.

dpa

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