70 000 Euro pro Kumpel - Beihilfe für die Kohle

Strukturwandel II: - München -­ Die deutsche Steinkohle ist ein teures Gut. Seit den ersten Subventionen im Jahr 1961 haben Steuerzahler und Stromkunden die Kohleförderung in Deutschland laut dem nordrhein-westfälischem Wirtschaftsministerium mit rund 130 Milliarden Euro unterstützt. Davon sind allein fast 38 Milliarden Euro in den vergangenen zehn Jahren geflossen. Fachleute wie die Forscher des RWI-Instituts in Essen hatten die Zuschüsse stets scharf kritisiert.

Die Subventionen wurden in den vergangenen Jahren allerdings kontinuierlich reduziert. Erhielt der Bergbau zu Spitzenzeiten 1996 noch 6,7 Milliarden Euro vom Bund und vom Land, so waren es zehn Jahre später noch etwa ein Drittel davon. Jeder der verbliebenen gut 34 000 Bergbau-Arbeitsplätze wird somit mit über 70 000 Euro unterstützt. Bis 2012 sollen die Subventionen auf 1,83 Milliarden Euro gekürzt werden.

Mit den Beihilfen wird vor allem die Differenz zwischen den Kosten für Importkohle und den Förderkosten in Deutschland ausgeglichen. Während für eine Tonne Importkohle derzeit rund 60 Euro bezahlt werden müssen, kostet die Tonne aus heimischen Zechen etwa drei Mal so viel. Das liegt daran, dass die deutsche Kohle im Ruhrgebiet oder im Saarland aus bis zu 1000 Metern Tiefe gegraben werden muss, während sie in Polen, Südafrika oder Australien im Tagebau gefördert werden kann.

Die Bedeutung der deutschen Steinkohle hat stark abgenommen. 2005 stammten nur noch 40 Prozent der verstromten Steinkohle aus Deutschland. Die Stahlhersteller deckten ihren Bedarf an Koks nur noch zu einem Drittel aus heimischer Förderung.

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