Euro setzt nach enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten Rekordjagd fort

Frankfurt/Main - Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten haben den Euro am Freitag auf einen neuen Rekordstand getrieben. In der Spitze kletterte die europäische Gemeinschaftswährung nach den Daten bis auf 1,5463 Dollar. Damit wurde der Rekord vom Vortag von 1,5372 Dollar deutlich übertroffen.

Bis zum späten Nachmittag gab der Euro aber wieder bis auf 1,5353 Dollar nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,5417 (Donnerstag: 1,5319) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6486 (0,6528) Euro.

"Nach dem kräftigen Kurssprung in der laufenden Woche haben die Anleger zum Wochenende ihre Gewinne gesichert", sagte Uwe Janz vom Bankhaus M.M. Warburg & Co. Die Höhenluft für den Euro erscheine inzwischen "etwas dünn", zumal zu Beginn der kommenden Woche keine entscheidenden US-Konjunkturdaten zur Veröffentlichung anstünden. Allein in der laufenden Woche ist der Euro um knapp drei Cent gestiegen. Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht habe zum Wochenausklang dem Euro erneut Auftrieb gegeben, sagte Janz. Allerdings hätte der Schub für einen dauerhaften Sprung über die Marke von 1,54 Dollar nicht ausgereicht.

Die weltgrößte Volkswirtschaft steht nach Einschätzung der Commerzbank bereits "mit einem Bein in der Rezession". "Der Arbeitsmarktbericht ist sehr schlecht ausgefallen", sagte Commerzbank-Experte Patrick Franke. Mit dem zweiten Rückgang in Folge bei der Beschäftigung drehe auch der aussagekräftige Dreimonatsdurchschnitt in den negativen Bereich. Im Februar war die Zahl der Beschäftigten zum Vormonat überraschend um 63 000 gefallen. "Dies ist ein negatives Signal", sagte Franke.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,76470 (0,76380) britische Pfund, 157,47 (158,55) japanische Yen und auf 1,5735 (1,5818) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 972,50 (976,50) Dollar gefixt. Damit war auch Gold so teuer wie noch nie. Der Kilobarren kostete 20 480 (Vortag: 20 695) Euro.

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