Euro setzt Rekordjagd fort

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Frankfurt/Main (dpa) - Der Euro hat am Montag seine Rekordjagd fortgesetzt. Die Aussicht auf weiter sinkende US-Leitzinsen trieb die europäische Gemeinschaftswährung in der Spitze bis auf 1,4438 Dollar.

Bis zum späten Nachmittag büßte der Euro einen Teil seiner Gewinne ein und lag bei 1,4410 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,4391 (Freitag: 1,4384) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,6949 (0,6952) Euro.

"Der Trend ist ungebrochen", sagte Devisenhändler James Round von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Auch ein Euro-Kurs von bis zu 1,50 Dollar zum Jahresende sei "nicht ausgeschlossen". Entscheidend sei dabei, dass der Euro-Höhenflug weiter in vergleichsweise moderaten Schritten erfolge.

Dann sei kaum mit warnenden Stimmen von Seiten der Währungshüter in der Eurozone zu rechnen. Wie stark der Aufwärtstrend sei, zeige das anhaltende Kaufinteresse bei leichten Korrekturen, sagte Round.

Der Grund für den Euro-Höhenflug bleibt Experten zufolge die Erwartung weiter sinkender US-Leitzinsen angesichts der Immobilienkrise. Am Markt wird an diesem Mittwoch fest mit einer Zinssenkung von zumindest 0,25 Prozentpunkten gerechnet. Die Zinssenkungserwartungen sind derzeit nach Angaben der Commerzbank sehr ausgeprägt. Robuste Daten zur Entwicklung des Wirtschaftswachstums in den USA im dritten Quartal könnten die Zinserwartungen zur Wochenmitte etwas dämpfen.

Für die Eurozone ist der Zinskurs Ökonomen zufolge unterdessen weniger klar vorgezeichnet. Angesichts weiter bestehender Inflationsrisiken gilt für die Eurozone eine Zinserhöhung als weiterhin nicht gänzlich ausgeschlossen. Nicht zuletzt Bundesbankpräsident Axel Weber hatte in jüngster Zeit vor weiter bestehenden Inflationsgefahren gewarnt. Allerdings wird der Preisauftrieb Ökonomen zufolge zumindest etwas durch den Euro- Höhenflug gedämpft, da viele Rohstoffe wie zum Beispiel Rohöl in Dollar abgerechnet werden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,69895 (0,70100) britische Pfund, 165,17 (164,50) japanische Yen und auf 1,6776 (1,6732) Schweizer Franken fest. Der Goldpreis nimmt weiter Kurs auf die 800-Dollar-Marke. In London wurde eine Unze am Nachmittag mit 788,50 (779,15) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 17 685 Euro nach 17 395 Euro am Vortag.

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