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Die europäische Schuldenkrise hat den Euro zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren gedrückt. Am Montagmorgen sank die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,2237 Dollar.

Euro sinkt auf Vier-Jahres-Tief

Frankfurt - Die europäische Schuldenkrise hat den Euro zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren gedrückt. Die Gemeinschaftswährung fiel am Montag zeitweilig bis auf 1,2237 Dollar.

So wenig war der Euro seit April 2006 nicht mehr wert. Ausschlaggebend für den Sinkflug sind die anhaltenden Sorgen über die europäische Schuldenkrise. Anleger flüchten weiter ins Gold. Auf den Aktienmärkten hielt die Verunsicherung unmittelbar vor dem Treffen der Finanzminister der Eurozone an. Die Minister wollen einen Weg finden, um den Absturz des Euro zu stoppen und das Vertrauen der Finanzmärkte in die Währung wiederherzustellen. In Asien setzte sich am Montagmorgen die Talfahrt der Börsen fort. “Die Sorge ist, dass sich die Krise in der Eurozone auf die europäische Konjunktur auswirken und dann auch in der Weltwirtschaft durchschlagen wird“, kommentierte ein Händler in Tokio den Kurseinbruch.

Der Leitindex an der Tokioter Börse, der Nikkei-Index für 225 führende Werte, verlor 2,17 Prozent auf 10 235,76 Punkte und schloss damit auf dem tiefsten Stand seit zehn Wochen. Die Probleme der Euro-Zone lösten auch in Sydney einen kräftigen Kursrückgang aus. Sorgen um das Wirtschaftswachstum in Europa und die Schwächung des Euro lasteten auch auf dem deutschen Aktienmarkt. Der Leitindex Dax fiel zunächst um 0,37 Prozent auf 6034,32 Zähler und büßte nach kurzzeitigem Plus im weiteren Verlauf 0,10 Prozent auf 6051 Zähler ein.

Der MDax der mittelgroßen Werte fiel um 0,96 Prozent auf 8209 Punkte, der technologieorientierte TecDax verlor 0,99 Prozent auf 765 Punkte. Der Goldpreis kletterte im frühen Handel an der Rohstoffbörse in London zeitweise auf 1012,81 Euro je Feinunze (etwa 31 Gramm) und erreichte damit einen neuen Rekordwert. In Dollar gerechnet legte der Goldpreis ebenfalls deutlich zu. In der Spitze sprang der Preis für die Feinunze auf 1242,10 Dollar und lag damit nur knapp unter dem Rekordhoch bei 1248,45 Dollar vom vergangenen Freitag.

Die Finanzchefs der 16 Euro-Länder besprechen an diesem Montag die Details des mit insgesamt 750 Milliarden Euro ausgestatteten Rettungsschirms, der klamme Mitgliedsstaaten vor dem Staatsbankrott bewahren soll. Zudem stehen die jüngsten Sparprogramme in kriselnden Mitgliedsländern auf dem Programm. Spanien und Portugal hatten neue Einschnitte, darunter Gehälter- und Rentenkürzungen sowie Steuererhöhungen, angekündigt. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen werden die Finanzminister diese Maßnahmen gutheißen. Zudem kontrollieren sie die Sanierungsmaßnahmen in Griechenland und sprechen über die Pläne für eine Verschärfung des Euro- Stabilitätspaktes, der Haushaltssünder besser disziplinieren soll.

Das Rettungspaket hat es bislang nicht geschafft, die Finanzmärkte zu beruhigen und die Schwächung des Euro zu stoppen, weil es immer noch Zweifel am Erfolg der Sparmaßnahmen sowie neue Sorgen um den Zustand der spanischen Wirtschaft gibt. Am Wochenende hatte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, dem “Spiegel“ gesagt, man befinde sich immer noch “in der schwierigsten Situation seit dem Zweiten Weltkrieg, vielleicht sogar seit dem Ersten“. “Mehr und mehr wird deutlich, dass die jüngsten Notmaßnahmen zwar die kurzfristigen Refinanzierungsrisiken beiseite gefegt haben“, urteilten beispielsweise die Analysten der HSH Nordbank.

Die eigentliche Herkules-Aufgabe einer nachhaltigen Fiskaldisziplin bei höherer Wettbewerbsfähigkeit sei von den Euro-Ländern aber noch zu erbringen. Die damit verbundene Unsicherheit lastet immer stärker auf dem Euro.

dpa

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