Euro steigt über 1,55 Dollar

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Frankfurt/Main (dpa) - Der Euro hat am Mittwoch mit einem Sprung über die Marke von 1,55 Dollar seine Rekordjagd fortgesetzt. In der Spitze kletterte die Europäische Gemeinschaftswährung am Nachmittag bis auf 1,5503 Dollar.

Damit wurde der alte Rekord vom Vortag bei 1,5495 Dollar leicht übertroffen. Bis zum späten Nachmittag gab der Euro mit 1,5485 Dollar einen Teil seiner Gewinne wieder ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,5477 (Dienstag: 1,5379) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6461 (0,6502) Euro.

"Der Handel ist weiter sehr sprunghaft und nervös", sagte Devisenhändler Eric Goerke von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Selbst Daten aus der zweiten Reihe sorgten derzeit für kräftig Kurssprünge. So hätten einige Marktteilnehmer nach überraschend robuste Daten zur Industrieproduktion aus der Eurozone den Euro um einen halben Cent in die Höhe getrieben. Durch die robusten Daten ist anderen Händlern zufolge eine Zinssenkung in der Eurozone etwas weiter in die Ferne gerückt.

"Tagessprünge von einem Cent und mehr sind derzeit eher die Regel", sagte Goerke. Die Ankündigung einer milliardenschweren Finanzspritze zur Minderung von Spannungen an den Geldmärkten unter Führung der US-Notenbank hatte den Dollar am Dienstag nur vorübergehend gestützt. "An den grundlegenden Problemen in den USA hat sich damit nichts verändert", sagte Goerke. Eine durchgreifende Entspannung zeichne sich nicht ab. Es bestehe vielmehr die Gefahr, dass alte Fehler wiederholt würden, und die Lösung der Finanzkrise zu einer neuen Blase führe. Neue Impulse dürfte der Devisenmarkt von den mit großer Spannung erwarteten Einzelhandelsdaten aus den USA am Donnerstagmittag erhalten. Sollten die Daten die Markterwartungen enttäuschen, sei mit einem dauerhaften Sprung des Euro über die Marke von 1,55 Dollar zu rechnen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,76660 (0,76455) britische Pfund, 158,45 (158,37) japanische Yen und auf 1,5817 (1,5790) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 975,50 (970,00) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 20 260 (Vortag: 20 425) Euro.

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