Euro überspringt auf Rekordjagd Marke von 1,47 US-Dollar

Frankfurt/Main - Der Euro hat seine Rekordjagd beschleunigt und die Marke von 1,47 US-Dollar übersprungen. In der Spitze kletterte die europäische Gemeinschaftswährung bis auf 1,4729 Dollar. Seit Montag hat sich der Euro-Höhenflug damit spürbar beschleunigt.

Innerhalb von drei Tagen legte der Euro um knapp drei US-Cent zu. Am späten Mittwochnachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,4675 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,4722 (Dienstag: 1,4547) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,6793 (0,6874) Euro.

"Der Höhenflug des Euro scheint keine Grenzen zu kennen", sagte Devisenexperte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Auch Aussagen aus dem chinesischen Regierungsumfeld, wonach bei den Währungsreserven "starken" Währungen ein höheres Gewicht eingeräumt werden solle, habe für zusätzliche Nervosität gesorgt und den Druck auf den Dollar verstärkt. "Der kräftige Kurssprung zeigt, wie nervös die Anleger sind", sagte Sartoris.

Darüber hinaus begründeten Händler die anhaltende Schwäche der US- Währung mit der nach wie vor belastenden US-Hypothekenkrise und den jüngsten Problemen im Bankensektor. Die Unsicherheit über das Ausmaß der Krise bei Krediten mit schlechter Bonität (Subprime) sei weiterhin groß. Hohe Abschreibungen von US-Banken und Rücktritte in den Chefetagen der Institute hätten die Finanzmarktkrise wieder in das Bewusstsein der Anleger zurückkehren lassen, hieß es. "Der Markt setzt auf weitere Zinssenkungen in den USA", sagte Sartoris.

Im Blickpunkt der nächsten Tage stehe die Zinsentscheidung der EZB und die Rede vor US-Notenbankpräsident Ben Bernanke vor dem US- Kongress am Donnerstag. Experten rechnen mehrheitlich nicht mit einem Zinsschritt der EZB. Auch aus Sicht von Sartoris dürfte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet kein weiteres Öl ins Feuer gießen. Angesichts des stärkeren Preisauftriebs bei einem anhaltenden Schwelen der Finanzkrise seien der EZB derzeit die Hände gebunden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,69960 (0,69685) britische Pfund, 166,07 (166,90) japanische Yen und auf 1,6589 (1,6658) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 834,50 (822,50) Dollar gefixt. (dpa)

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