+
Das britische Pfund notierte bei 1,34 Dollar und damit nicht weit entfernt von seinem am Freitag erreichten 31-jährigen Tiefstand. Foto: Andy Rain

Britisches Pfund bleibt unter Druck

Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem Brexit-Schock vor dem Wochenende haben der Euro und vor allem das britische Pfund am Montag weiter unter Druck gestanden. Das Pfund ist zum Dollar sogar noch unter den langjährigen Tiefstand vom Freitag gefallen.

Am Nachmittag kostete die britische Währung zwischenzeitlich nur noch 1,3121 US-Dollar und damit so wenig wie seit 1985 nicht mehr. Am Freitag hatte die Währung nach dem Brexit-Votum mehr als 15 US-Cent an Wert verloren und war bis auf 1,3229 Dollar gefallen.

Der Euro blieb am Montag zum Dollar ebenfalls unter Druck und kostete 1,0975 Dollar. Das war über ein Cent weniger als am späten Freitagabend. Die Gemeinschaftswährung fiel aber nicht unter den Tiefstand vom Freitag. Zum Britischen Pfund legte der Eurokurs sogar deutlich zu und erreichte mit 0,8366 Pfund den höchsten Stand seit 2014.

"Der Druck auf das britische Pfund bleibt hoch", sagte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank. "Es ist noch nicht im Ansatz absehbar, welches Verhältnis Großbritannien künftig zur EU haben wird." Solange ein Ausschluss aus dem Binnenmarkt drohe, dürfte das Pfund unter Druck bleiben. Zudem zeige sich, dass die Befürworter eines Austritts keinen Plan für die Zukunft hätten und viele Versprechen bereits einkassiert worden seien. Leuchtmann sprach von "Chaostagen" in der britischen Politik, die auch negative ökonomische Auswirkungen haben dürften.

Der Eurokurs dürfte sich nach Einschätzung von Leuchtmann zum Dollar wieder stabilisieren, solange sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der britischen Entscheidung in Grenzen halten. Das Pfund dürfte jedoch weiter das Marktgeschehen dominieren. "So hat das Wahlergebnis in Spanien vom Sonntag kaum eine Rolle gespielt", sagte Leuchtmann. Die bürgerliche Partei PP hat zwar an Stimmen gewonnen, eine Regierungsbildung ist jedoch nicht in Sicht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs für einen Euro auf 1,0998 (Freitag: 1,1066) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9093 (0,9037) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83400 (0,80750) britische Pfund, 111,80 (113,23) japanische Yen und 1,0736 (1,0808) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1324,60 (1313,85) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 37 940,00 (37 370,00) Euro.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

BMW spielte falsche Abgas-Software auf 5er und 7er auf
München/Flensburg (dpa) - BMW hat 11.700 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet. Das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt worden, …
BMW spielte falsche Abgas-Software auf 5er und 7er auf
Chinesischer Geely-Konzern größter Daimler-Einzelaktionär
Bei der Konkurrenz von Volvo ist der chinesische Investor Geely schon länger in Boot. Nun kauft er sich beim deutschen Oberklasse-Autobauer Daimler ein - als größter …
Chinesischer Geely-Konzern größter Daimler-Einzelaktionär
Milliardengewinn trotz Dieselkrise: Was macht VW so erfolgreich?
Krisengebeutelt? Von wegen. Der Volkswagen-Konzern legte 2017 das erfolgreichste Geschäftsjahr seines Bestehens hin. Worauf der Aufschwung von Europas größtem Autobauer …
Milliardengewinn trotz Dieselkrise: Was macht VW so erfolgreich?
Aufgestaute Müllberge: Droht Europa ein Abfall-Chaos?
Europas Recycling-Unternehmen sind einem großen Problem ausgesetzt. Die Kapazitäten geraten an ihre Grenzen. Das hat einen bestimmten Grund.
Aufgestaute Müllberge: Droht Europa ein Abfall-Chaos?

Kommentare