Euro verliert weiter an Wert

Frankfurt/Main (dpa) - Selbst abermals ernüchternde Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben den Euro nach kräftigen Kursverlusten in dieser Woche nicht nachhaltig beflügeln können.

Zwar legte die europäische Währung am Freitag nach negativ aufgenommenen Konjunkturzahlen aus den USA zeitweise um einen Cent zu. Bis zum späten Nachmittag notierte der Euro aber mit 1,4260 Dollar wieder unter 1,43 Dollar. Zuvor war die europäische Währung mit 1,4194 Dollar auf tiefsten Stand seit Ende Oktober 2007 gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,4247 (Donnerstag: 1,4488) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7019 (0,6902) Euro.

Seit seinem Rekordhoch von Mitte Juli bei 1,60 Dollar hat der Euro etwa 18 Cent oder rund elf Prozent an Wert verloren. Allein in dieser Woche ging es um fünf Cent bergab. "Die Sorgen vor einer Rezession im Euroraum nehmen stetig zu", begründet Devisenexperte Thomas Amend von HSBC Trinkaus die anhaltende Schwäche des Euro. Derzeit stünden an den Märkten vor allem zusehends ungünstigere Daten aus dem Euroraum im Blickpunkt. US-Konjunkturdaten rückten in den Hintergrund, selbst wenn diese wie der US-Arbeitsmarktbericht für August schlecht ausfielen. So hat die US-Wirtschaft im August erneut viele Stellen gestrichen, und die Arbeitslosenquote stieg auf ein Fünf-Jahres-Hoch.

Neben der konjunkturellen Eintrübung in Europa laste die Aussicht auf unveränderte Leitzinsen auf der europäischen Währung, sagte Amend weiter. "Auf absehbare Zeit wird die EZB trotz der schwachen Konjunktur wohl keine Zinssenkungen vornehmen." Vor allem die anhaltend hohe Inflation im Währungsraum dürfte die Notenbank von Leitzinssenkungen abhalten. "Die EZB hat einen klaren Auftrag stabiler Preise. Dieses Ziel verfehlt sie derzeit deutlich." Insoweit sei der geldpolitische Kurs der Notenbank verständlich, selbst wenn der konjunkturelle Abschwung dadurch verstärkt werden könnte.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80930 (0,81300) britische Pfund, 151,54 (156,76) japanische Yen und auf 1,5888 (1,6035) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 808,50 (805,75) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 17 945 (Vortag: 17 950) Euro.

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