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Eurofighter-Piloten trainieren unter einem Rosenheimer Dach

- Rosenheim - Mit geplanten Gesamtkosten von fast 20 Milliarden Euro für 180 Exemplare ist der Eurofighter das teuerste Rüstungsprojekt in der bundesdeutschen Geschichte. Immer, wenn von dem sündteuren Rekordflugzeug die Rede ist, wird Carl Schleburg hellhörig: Der Rosenheimer Architekt hat für das Verteidigungsministerium ein hochmodernes Simulationszentrum bei Rostock entworfen.

<P>Die Kampfjets werden sozusagen unter einem Rosenheimer Dach getestet - diese Hightech-Leistung ist nicht das einzige außergewöhnliche Projekt, das Schleburg mit seinem Team auf die Beine gestellt hat. Steht das zehn Millionen Euro teure Simulationszentrum am Fliegerhorst Laage bei Rostock für die Moderne, so steht ein anderes Vorhaben für Tradition. Am Lake St. Louis entsteht 2004 ein ganzes Dorf nach bayerischem Vorbild. Vertreter aus Amerika kamen dafür eigens nach Garmisch, Wasserburg und Burghausen, um dort Anregungen für ihr Projekt zu gewinnen. Das Büro Schleburg sorgt als architektonischer Berater dafür, dass die Umsetzung gelingt und nicht ins Kitschige abdriftet.<BR><BR>Wer beim Eurofighter-Test ein ebenso gefragter Partner ist wie beim Bau eines typisch bayerischen Dorfes, obwohl er mit "Alpenbarock und Brettlhäusln nichts am Hut hat", der muss nicht nur vielseitig sein. "Faktoren wie Ökologie und Nachhaltigkeit entscheiden in Zukunft darüber, wer baut und wer nicht." Schon beim Entwurf müsse der Architekt den Abbruch seines Werkes mit im Auge haben. Klassische Moderne, Bauhaus-Stil - dort sieht Schleburg seine architektonische Heimat.<BR><BR>Den Durchbruch schaffte der gebürtige Rosenheimer, der an der Technischen Universität in München studierte, im Industriebau. Auch heimische Firmen von Weltrang wie Südchemie, Kathrein, Kettner und Schattdecor stellen ihre Markenprodukte in Gebäuden her, die von Schleburg optisch und funktionell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten wurden. Daneben gehören Banken, Verlagshäuser, Druckereien, Gewerbeparks und Kliniken zur Kundschaft der Architekten und Diplom-Ingenieure des Büros. <BR><BR>So sind auch das neue Medienhaus des "Münchner Merkur" in Freising und das Druckzentrum Süd in Maisach ihr Werk. Das weiße Merkur-Gebäude in Freising mit der geschwungenen Fassade empfindet Schleburg als Hommage an die Architektur der 20er-Jahre.<BR><BR>Doch natürlich geht es auch hier nicht nur ums Äußerliche. Die Ansprüche einer Tageszeitung - Drucktermin so spät, Auslieferung so schnell wie möglich - seien für den Architekten eine spannende Sache und eine große Herausforderung. Offenbar gelingt es Schleburg immer wieder, diese Herausforderungen zu meistern. Sonst hätte er jetzt nicht den Zuschlag für den Bau des neuen Verlagshauses der Oberösterreichischen Nachrichten in Linz bekommen. Und darauf ist Schleburg ein bisserl stolz: "Wer das Beziehungsgeflecht der Branche in Österreich kennt, der weiß, dass es eine Sensation ist, wenn ein deutscher Architekt dort so ein großes Ding entwirft." <BR><BR>Stolz ist er auch auf ein kniffliges Projekt in Berlin. Dort hat er in einen denkmalgeschützten Flugzeug-Hangar aus den 30er-Jahren Motorprüfstände eingebaut. Ein Rendezvous von Vergangenheit und Gegenwart. Schon bald geht es dann wieder in die Zukunft: Den nächsten Eurofighter-Auftrag haben die Rosenheimer bereits in der Tasche.<BR></P>

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