Euro-Höhenflug: Experten streiten über Auswirkung

- Frankfurt - Die konjunkturellen Risiken durch den anhaltenden Höhenflug des Euros werden von Finanzexperten unterschiedlich eingeschätzt. Gibt es negative Auswirkungen auf die Konjunktur oder ist der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands nicht gefährdet?

<P>Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, NorbertWalter sagte der "Welt am Sonntag": "Der Markt wird die alten Tiefststände des Dollar aus den Jahren 1995/1996 wohl testen." Damals Währung nur noch 1,35 Mark gekostet, was umgerechnet einem Euro-Kurs von 1,44 Dollar entspricht. "Erst wenn die Mehrheit der Marktteilnehmer die Kurse für komplett verrückt hält, wird es eine Trendwende geben", So Walter. Dieser Punkt sei noch nicht erreicht.<BR><BR>Walter begründete seine Erwartung, dass der hohe Euro-Kurs auch die Konjunktur in Deutschland negativ beeinflussen könnte. Eine Aufwertung der europäischen Währung um zehn Prozent verringere das Bruttosozialprodukt um rund 0,5 Prozent. Er sei daher enttäuscht über die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, in der vergangenen Woche den Leitzins bei 2,0 % zu belassen. "Sie hätte den Spielraum nutzen und die Zinsen senken sollen", sagte Walter.<BR><BR>Dem widersprach Bundesbank-Vorstand Hermann Remsperger. Für die Entscheidung über den Zinssatz werde eine Fülle von Indikatoren berücksichtigt. Der Wechselkurs spiele dabei zwar eine Rolle, aber keine ausschlaggebende. Auch auf die Frage nach möglichen Stützkäufen zur Stabilisierung des Dollars betonte er, das Euro-System habe kein Wechselkursziel, sondern das der Preisstabilität. Nach den Untersuchungen der Bundesbank sei im Übrigen die Entwicklung des Welthandels wichtiger für die Konjunktur als der Wechselkurs gegenüber dem Dollar.<BR><BR>43 % der deutschen Exporte seien nicht vom hohen Euro-Kurs betroffen, da sie in den Euro-Raum gingen. Auch hätten die Entlastungen durch billigere Importe kompensatorische Effekte. Remsperger räumte ein, dass der starke Euro das Exportwachstum etwas bremse. Im Übrigen mahnte er zur Einhaltung des Stabilitätspakts.<BR></P>

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