Europa bekommt Inflation nicht in Griff

- Brüssel/Luxemburg - Wegen hoher Öl- und Benzinpreise hat die Euro-Zone 2005 im fünften Jahr in Folge ihre Inflation nicht in den Griff bekommen. Die Durchschnitts-Rate stieg auf 2,2 Prozent nach 2,1 Prozent 2004. Allerdings schwächte sich der Inflationsdruck zum Jahresende etwas ab. Wegen der Teuerung müssen die baltischen Staaten Estland und Litauen wohl ihren Plan begraben, schon Anfang kommenden Jahres Mitglieder der Euro-Zone zu werden.

Nur bei Raten von bis zu oder nahe 2 Prozent sieht die Europäische Zentralbank mittelfristig die Preisstabilität in den 12 Ländern des gemeinsamen Währungsgebietes gewährleistet. Auch im laufenden Jahr dürfte nach Schätzung der EU-Kommission diese Warnschwelle in Schnitt wieder überschritten werden. Deutschland kam nach Angaben des Europäischen Statistikamtes Eurostat vom Donnerstag 2005 auf 1,9 Prozent, das waren 0,1 Punkte mehr als im Vorjahr.

EU-Währungskommissar Joaqu¢n Almunia sagte bei einer Rede in Brüssel, falls sein Bericht zur Euro-Reife schon jetzt gemacht werden müsste, würden Estland und Litauen wegen der hohen Teuerungsraten durchfallen. "Beim Kriterium Inflation sieht es besonders heikel aus." Die beiden Staaten und Slowenien wollen Anfang 2007 an ihre Bürger Euro-Scheine und -Münzen verteilen. Die Kommission muss dazu bis Mitte des Jahres einen Bericht vorlegen. Die Staaten müssen für einen Beitritt die Maastricht-Kriterien einhalten. Estland kam auf eine Inflationsrate von 4,1 Prozent, Litauen auf 2,7 Prozent.

Ende 2005 war der Inflationsdruck in der Euro-Zone leicht rückläufig. Im Dezember betrug die jährliche Inflationsrate 2,2 Prozent nach 2,3 Prozent im November und 2,5 Prozent im Oktober, teilte Eurostat mit. Im Dezember 2004 hatte die Jahresrate 2,4 Prozent betragen. Der monatliche Preisanstieg lag im Dezember bei 0,3 Prozent.

In der gesamten EU mit 25 Ländern betrug die Durchschnittrate 2005 wie in der Euro-Zone 2,2 Prozent nach 2,1 Prozent 2004. Im Dezember lag die Jahresrate bei 2,1 Prozent nach 2,2 Prozent im Vormonat. Ein Jahr zuvor hatte sich die Rate auf 2,4 Prozent belaufen. Die monatliche Teuerungsrate für Dezember machte 0,3 Prozent aus.

Den höchsten Wert für das Gesamtjahr 2005 hatte Lettland mit 6,9 Prozent. Musterschüler waren die nordischen Länder Finnland und Schweden mit jeweils 0,8 Prozent.

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