Frauenleiche in Waldstück bei Kienberg gefunden: Polizei nimmt Sohn fest

Frauenleiche in Waldstück bei Kienberg gefunden: Polizei nimmt Sohn fest
+
"Die Erholung der Eurozone ist immer noch sehr unterschiedlich", sagte Finanzkommissar Pierre Moscovici. Die EU-Kommission hob ihre Wachstumsprognose für 2017 leicht an. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

EU hebt Konjunkturprognose an

Europa lässt die Wirtschaftskrise langsam hinter sich

Den Wachstumsraten der Weltwirtschaft hinkt die Europäische Union immer noch hinterher. Aber langsam erholt sich die Konjunktur zwischen Nikosia und Stockholm.

Brüssel (dpa) - Für die europäische Wirtschaft geht es langsam aufwärts. Die EU-Kommission hob ihre Wachstumsprognose für 2017 leicht an, und zwar sowohl für die Europäische Union insgesamt als auch für die Eurozone und für Deutschland.

Arbeitslosenzahlen und öffentliche Haushalte entwickeln sich ebenfalls positiv. Allerdings stiften Brexit, US-Politik und Probleme europäischer Banken weiter Unsicherheit, wenn auch etwas weniger als noch vor Monaten.

Auch klaffen die Zahlen einzelner Länder nach wie vor weit auseinander, wie Finanzkommissar Pierre Moscovici sagte: "Die Erholung der Eurozone ist immer noch sehr unterschiedlich." Die Unterschiede müssten ausgeglichen werden. Der Franzose warb unter anderem für eine "tiefgreifende Reform der Eurozone" und zeigte sich offen für Pläne des künftigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Für Deutschland erwartet die Kommission dieses Jahr 1,6 Prozent und nächstes Jahr 1,9 Prozent Wirtschaftswachstum. Damit sieht sie die Lage rosiger als die Bundesregierung, die von 1,5 Prozent für 2017 und 1,6 Prozent für 2018 ausgeht.

Für die 19 Länder der Eurozone rechnet die Kommission mit 1,7 Prozent Wachstum für dieses und 1,8 Prozent für nächstes Jahr. In ihrer Winterprognose für 2017 waren nur 1,6 Prozent veranschlagt. Damals ging die Brüsseler Behörde für die gesamte EU mit ihren derzeit 28 Ländern von jeweils 1,8 Prozent für beide Jahre aus - nun von je 1,9 Prozent.

"Europa verzeichnet nun bereits im fünften Jahr in Folge Wachstum", lobte Moscovici. Er führte dies auf die "akkomodierende Geldpolitik" zurück, also auf die extrem niedrigen Zinsvorgaben der Europäischen Zentralbank. Zugleich konstatierte er starkes Vertrauen der Unternehmen und Verbraucher sowie eine Verbesserung des Welthandels.

Die Inflationsrate dürfte nach Erwartung der Brüsseler Behörde von 0,2 Prozent im vergangenen Jahr auf 1,6 Prozent im laufenden Jahr in die Höhe schnellen, vor allem wegen hoher Ölpreise. 2018 soll sie dann wieder auf 1,3 Prozent schrumpfen. Damit bliebe sie unter der von der EZB anvisierten Marke von knapp 2 Prozent, gäbe also kein eindeutiges Signal, die extrem lose Geldpolitik zu zügeln.

Sorgenkind in der Eurozone bleibt Italien mit einer schwachen Wachstumsprognose von nur 0,9 Prozent 2017 und einer hohen Arbeitslosenrate von 11,5 Prozent. Etwa doppelt so hoch setzt die Kommission die Arbeitslosenrate im überschuldeten und wirtschaftlich angeschlagenen Griechenland an, nämlich bei 22,8 Prozent.

Die lange Unsicherheit über den erwarteten Schuldendeal mit Griechenlands Gläubigern dämpfte dort auch die Konjunktur, so dass die Kommission ihre Prognose für 2017 von 2,7 auf 2,1 Prozent senkte. Trotzdem äußerte sich Moscovici positiv über die Entwicklung und forderte von Athens Partnern Solidarität.

Überdurchschnittliches Wachstum in Europa dürfen laut Prognose mit jeweils mehr als vier Prozent Irland, Luxemburg, Malta und Rumänien erwarten. Die Weltwirtschaft - ohne Europa - wird nach Einschätzung der EU 2017 um 3,7 und 2018 um 3,9 Prozent zulegen. Für die USA sagt die EU für dieses Jahr 2,2 und für nächstes 2,3 Prozent Wachstum vorher.

Informationen der EU-Kommnission zur Frühjahrsprognose

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Thyssenkrupp bleibt auf Fusionskurs
Bei der Stahlfusion mit Tata bleibt der Thyssenkrupp-Chef unbeirrt auf Kurs. Die Pläne hätten "absolute Priorität". Doch tausende Beschäftigte wollen das umstrittene …
Thyssenkrupp bleibt auf Fusionskurs
Starker Euro bremst Dax erneut aus
Frankfurt/Main (dpa) - Der gestiegene Eurokurs hat den Dax am Donnerstag ein weiteres Mal ausgebremst. Der Leitindex kämpfte um die Marke von 13 000 Punkten, die er zum …
Starker Euro bremst Dax erneut aus
Schulz und Kaeser gehen aufeinander los: „Das ist asozial“
Schrille Pfeifen, schrille Worte: Während Siemens-Betriebsräte in Berlin tagen, nimmt der Streit um die geplanten Job-Streichungen kein Ende. Auch zwischen SPD- und …
Schulz und Kaeser gehen aufeinander los: „Das ist asozial“
2017 erstmals mehr als 450 Millionen Übernachtungen
Mannheim (dpa) - Erstmals knacken die Übernachtungszahlen in Deutschland nach Angaben des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) im laufenden Jahr die 450-Millionen-Marke.
2017 erstmals mehr als 450 Millionen Übernachtungen

Kommentare