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Europa kämpft um Galileo

- München - Niemand weiß, wann das erste Auto gesteuert vom europäischen Navigationssystem Galileo ans Ziel finden wird. Doch schon jetzt kämpfen die beteiligten Nationen um ihre Anteile an dem zukunftsweisenden Großprojekt, das hohe Investitionen und viele Arbeitsplätze verspricht. Dabei droht Deutschland den Kürzeren zu ziehen.

<P>Für 100 000 Arbeitsplätze sei Galileo in Europa gut, hat die Wirtschaftsberatung Price Waterhouse Coopers errechnet. Im Jahr 2020 würden mit Dienstleistungen der Satelliten-Navigation weltweit 300 Milliarden Euro verdient, schätzt Heinz Hilbrecht, der bei der EU-Kommission das Projekt betreut. In der Entwicklungsphase werden 1,55 Milliarden Euro öffentliche Mittel in Galileo gepumpt, während des Aufbaus und Betriebs werden bis 2013 weitere 1,2 Milliarden Euro fällig.<BR><BR>Wer von den Riesen-Investitionen profitiert, hängt davon ab, wo die Pfeiler des Projekts errichtet werden. Während die anderen europäischen Nationen die Ellbogen ausfahren, sind für Deutschlands Ambitionen "erhebliche Gefahren erkennbar", hat Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu nun am Rande der Experten-Konferenz "Munich Satellite Navigation Summit" gewarnt.<BR><BR>"Andere Staaten fordern wesentliche Anteile für sich", sagte Wiesheu. "Wir laufen Gefahr, dass wesentliche Wertschöpfungen nicht in Deutschland, sondern andernorts zustande kommen." Dabei ist die Ausgangssituation für Deutschland - und insbesondere Bayern - ausgezeichnet. Deutschland hat die industrielle Führung, mit dem Unternehmen Galileo Industries wurde die derzeit dickste Stütze des Projektes in Ottobrunn (Landkreis München) angesiedelt - wenn auch erst nach langen Rangeleien mit Italien. Ähnliche Verteilungskämpfe stehen nun wohl erneut an. Es geht um die Ansiedlung des ersten Kontrollzentrums sowie die Auswahl des Unternehmens, das das System betreiben wird: den so genannten Konzessionär. Und wieder sind die Hauptrivalen Italien und Spanien, wie Wiesheu andeutete.<BR><BR>Bayerns Wirtschaftsminister will das Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen (Landkreis Starnberg) verankert wissen. Und was den Betreiber angeht, müsse Deutschland "an maßgeblicher Stelle zum Zuge kommen". Im Wettbewerb stehen zwei Konsortien: "iNavSat" mit starker deutscher Beteiligung sowie "Eurely" mit großem italienischen und spanischen Anteil. Frankreich ist bei beiden Konsortien im Spiel.<BR><BR>Wiesheus Argument: "Wir müssen darauf achten, dass wir nicht nur die Zahler sind, sondern auch die Nutznießer." Denn Deutschland ist Hauptfinanzier von Galileo. Die Mittel stammen von der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der EU, die das Geld wiederum zu großen Teilen aus Deutschland haben: 20 Prozent der Finanzierung trägt so die Bundesrepublik - mehr als alle anderen beteiligten Nationen. Der "geographische Rückfluss" durch Zuteilung entsprechender Projekte an Deutschland liege derzeit aber nur bei 16 Prozent, erklärte Wiesheu. Er glaubt, dass die Zeit drängt: "Die Rollen für die kommenden 20 Jahre werden im Projekt Galileo in allernächster Zukunft verteilt."</P>

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