Europäer verhängen Strafzölle auf US-Waren

- München - Die Europäische Union hat zum ersten Mal gegen ihren bedeutendsten Handelspartner Strafzölle in Millionenhöhe verhängt. Seit 1. März erhebt die EU für 1600 Produkte aus den USA einen Zusatzzoll von fünf Prozent. Stoppen die USA ihre illegalen Exporthilfen nicht, werden die Strafzölle monatlich um einen Prozentpunkt erhöht, bis US-Waren mit maximal 17 Prozent zusätzlich belastet werden. Betroffen sind unter anderem Textilien, Elektrogeräte und Agrarprodukte. Das könnte dazu führen, dass die Jeans oder der Kühlschrank "Made in USA" hierzulande teurer werden.

<P>Allerdings haben die US-Unternehmen wegen des schwachen Dollars trotz der Zölle noch Spielraum, um ihre Waren ohne Preiserhöhungen nach Europa zu verkaufen. "Ich glaube nicht, dass die Strafzölle mittelfristig irgendwelche schlimmen Auswirkungen auf unsere Wirtschaft haben", sagte Helmut Finkenwirth, Zollexperte bei der Industrie- und Handelskammer in München.</P><P>Die EU handelt im Einklang mit der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf, welche die Exportsubventionen für US-Unternehmen für unrechtmäßig erklärte hatte. "Uns blieb deshalb keine Wahl, als Gegenmaßnahmen zu ergreifen", sagte EU-Handelskommissar Pascal Lamy. Sollte der amerikanische Gesetzgeber die Vergünstigungen nicht abschaffen, drohen nach Schätzungen der EU bis Ende dieses Jahres insgesamt 315 Millionen Dollar (gut 252 Mio. Euro) Strafzölle. Für das Jahr 2005 geht die EU von insgesamt 666 Millionen Dollar aus.</P><P>Mit steuerbegünstigten Außenhandelsgesellschaften sparten sich US-Unternehmen wie Boeing und Microsoft im Jahr mehr als vier Milliarden Dollar. Die notwendigen Gesetze, um dies zu ändern, sind in den USA noch nicht über das Stadium des Entwurfes hinausgekommen.<BR></P>

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