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Die Euro-Länder wollen ein eigenes Bewertungsmodell.

Europäische Rating-Agentur rückt näher

Hamburg - Die Pläne für eine europäische Rating-Agentur nehmen offenbar konkrete Formen an. Bislang stammen die Bewertungen fast ausschließlich von drei großen amerikanischen Agenturen.

Bereits im zweiten Quartal 2012 solle die als unabhängige Stiftung geplante Agentur erste Bewertungen für Länderratings vorlegen und damit die globale Vormachtstellung von Moody's, Standard & Poor's und Fitch brechen, berichtete das Wirtschaftsmagazin Capital.

Im zweiten Halbjahr 2012 sollen dann Noten für Banken und 2013 zu Unternehmen und Finanzprodukten folgen. Rund 300 Millionen Euro soll der Aufbau laut Magazin kosten. Das Startkapital für die unabhängige Stiftung solle von europäischen Firmen der Finanzbranche kommen.

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“Bis Ende 2011 werden wir ein Konsortium von bis zu 25 Teilnehmern gebildet haben, die je zehn Millionen Euro investieren“, sagte Markus Krall, Partner der Unternehmensberatung Roland Berger. Krall wirbt seit einem Jahr bei Regierungen und Unternehmen in Euroland sowie der EU-Kommission für ein neues, europäisches Modell.

Fakt ist, dass die führenden Ratingagenturen Standard & Poor's, Fitch und Moody's aus den USA eine enorme Macht haben. Geht der Daumen nach unten, kann das ein Beben an den internationalen Finanzmärkten auslösen.

In China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, gibt es bereits seit 1994 eine eigene Agentur mit dem Namen Dagong, die laut eigenen Angaben derzeit mehr als 200 Analysten beschäftigt. Und hier gilt für die USA schon längst nicht mehr die Bestnote “AAA“, sondern nur noch “A+“. Aber: Die Chinesen stufen deutsche Staatsanleihen mit aktuell “AA+“ und damit im Gegensatz zu den US-Wettbewerbern nicht mit Bestnote ein.

Von den US-Aufsichtsbehörden erhält Dagong aber noch keine Zulassung als in den USA national anerkannte Rating-Agentur. Es sei nicht möglich, grenzüberschreitend die Aufsicht über das Unternehmen auszuüben, hieß es. Dagong selber beklagt seinerseits unfaire Behandlung und amerikanischen Protektionismus.

dapd/dpa

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