Zentralbank belässt Leitzins bei einem Prozent

Frankfurt/Main - Ungeachtet der wirtschaftlichen Erholung bleibt der Leitzins in den 16 Euro-Ländern unverändert auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent.

Das beschloss die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung am Donnerstag in Frankfurt. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld verharrt wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise seit Mai auf diesem Niveau. Obwohl die Euro-Länder das tiefe Tal der Rezession verlassen haben, scheint es wegen der unsicheren Konjunkturlage und der niedrigen Inflationsraten noch zu früh für eine Zinsanhebung.

Die meisten Volkswirte erwarten eine Erhöhung des Leitzinses erst in der zweiten Jahreshälfte 2010. Der EZB-Rat ist nach wie vor skeptisch, ob die Erholung selbsttragend ist. Außerdem gibt es weiter keinen Druck an der Preisfront, da die Inflationsrate im Euro-Raum im November 0,6 Prozent betrug. Im dritten Quartal wuchs die Wirtschaft in der Eurozone gegenüber dem Vorquartal preisbereinigt um 0,4 Prozent.

Auf einer Pressekonferenz am Nachmittag dürfte EZB-Präsident Jean- Claude Trichet konkrete Ausstiegspläne aus der expansiven Geldpolitik der Notenbank präsentieren. Im Kampf gegen die Rezession flutet die EZB den Markt seit Monaten mit Milliarden an billigem Geld.

EZB hebt Wachstumsprognose an

Die Wirtschaft im Euro-Raum wird sich schneller erholen als bislang von der Europäische Zentralbank (EZB) erwartet. Die Notenbank hob ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in den 16 Euro-Ländern am Donnerstag an.

Nach positiven Konjunkturdaten sagt die Notenbank nun für 2009 ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von durchschnittlich 4,0 Prozent statt zuletzt 4,1 Prozent voraus. Für das kommende Jahr rechnen die Experten jetzt mit einem soliden Wachstum. Sie hoben ihre Konjunkturprognose von plus 0,2 Prozent auf 0,8 Prozent an. 2011 werde sich die Erholung fortsetzen. Die EZB erwartet ein durchschnittliches Wachstum von 1,2 Prozent.

dpa

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