Europäische Zentralbank ist besorgt über Inflation

Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) ist besorgt über die hohe Inflation im Euro-Raum und rechnet bis Jahresende mit Teuerungsraten über zwei Prozent. Der starke Anstieg der Inflationsrate im Oktober auf 2,6 Prozent sei "besonders besorgniserregend", schreibt die Notenbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht.

Grund seien rasante Preissteigerungen bei Öl, Rohstoffen und Lebensmitteln. Die Teuerung werde in den kommenden Monaten weiterhin deutlich über zwei Prozent liegen, bevor sie sich im Lauf des Jahres 2008 wieder abschwächen werde. Risiken seien steigende Rohstoffpreise sowie höhere Steuern und Abgaben. Die EZB hat die Aufgabe, die Preisstabilität zu wahren und hat als Ziel Werte knapp unter zwei Prozent definiert.

Die Währungshüter fürchten, dass die gestiegenen Preise, der wirtschaftliche Aufschwung und die gute Lage am Arbeitsmarkt die Tarifpartner zu überhöhten Lohnerhöhungen verleiten könnten. Das könnte eine Spirale von steigenden Löhnen und steigenden Preisen auslösen. "Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass alle Beteiligten ihrer Verantwortung gerecht werden", schrieb die Notenbank. Die EZB werde "durch entschlossenes und rechtzeitiges Handeln" sicher stellen, dass die Risiken für die Preisstabilität nicht zum Tragen kämen. Dies sei in Zeiten der Finanzmarktturbulenzen und erhöhter Unsicherheit umso wichtiger.

Die Währungshüter hatten auf ihrer Sitzung vor einer Woche den Leitzins im Euroraum unverändert bei 4,0 Prozent gelassen. Die EZB benötige weitere Daten zur Konjunktur und Inflation, bevor sie Schlüsse für die künftige Geldpolitik ziehen könne, schreibt die Notenbank. Mit Blick auf die Wirtschaft bleibt die EZB optimistisch und erwartet in diesem Jahr ein Wachstum von rund 2,5 Prozent in der Euro-Zone. Allerdings hätten die Finanzmarktturbulenzen den Ausblick etwas eingetrübt.

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