Europäische Zentralbank warnt vor weiteren Preissteigerungen

Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat vor weiteren Preissteigerungen durch die massive Verteuerung von Lebensmitteln und Energie gewarnt. Es bestehe die Gefahr, dass die historisch hohe Inflation im Euro-Raum auch durch steigende Preise für Dienstleistungen beschleunigt werde.

Für die Teuerung gebe es "eine Reihe an Aufwärtsrisiken", schreibt die Notenbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht. Die Währungshüter warnen von überhöhten Lohnabschlüsse in den laufenden Tarifverhandlungen und fürchten, dass Unternehmen die gestiegenen Rohstoffkosten an die Verbraucher weitergeben.

Die Inflation in den 15 Ländern des Euro-Währungsgebietes war im März auf einen Rekordwert seit der Euro-Einführung von 3,6 Prozent gesprungen. Die EZB geht davon aus, dass die Teuerungsrate in diesem Jahr deutlich über der Zwei-Prozent-Marke verharrt. Bei dieser Schwelle sieht die Notenbank die Preisstabilität gewahrt.

Wegen der hohen Inflation hält die Notenbank niedrigere Zinsen noch nicht für vertretbar und stemmt sich gegen entsprechende Forderungen von Gewerkschaften und Politikern. Auf der Ratssitzung vor einer Woche hatte die EZB den Leitzins bei 4,0 Prozent belassen. Seit Juni 2007 verharrt der Zins auf diesem Niveau.

Die Zentralbank ist für die wirtschaftliche Entwicklung weiter optimistisch. Trotz der Finanzmarktkrise gebe es ein "gemäßigtes, aber fortgesetztes Wachstum" im Euro-Raum, heißt es im Monatsbericht. In Deutschland wird der Aufschwung nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Axel Weber auch in den kommenden Monaten weitergehen. "Die treibenden Kräfte für den Aufschwung bleiben weiterhin intakt", sagte Weber am Donnerstag in einer Rede vor der britischen Handelskammer in Frankfurt. Im laufenden Jahr gebe es keinen Grund für "Schwarzmalerei". Weber rechnet im laufenden Jahr mit rund 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum für Deutschland.

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