Gewinn versprechen & kassieren: Jetzt verboten

Luxemburg - Persönlich adressierte Werbesendungen mit Gewinnversprechen wie Kreuzfahrten oder Autos sind illegal - jedenfalls dann, wenn die Adressaten zahlen müssen, um mehr über ihren Preis zu erfahren.

Derlei unlautere Geschäftspraktiken sind auch dann verboten, wenn die dem Empfänger auferlegten Kosten im Verhältnis zu seinem Gewinn nur geringfügig sind, urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag (Rechtssache C-428/11). Dabei spiele es keine Rolle, ob der Verbraucher sich telefonisch, per SMS oder per Post beim Werbeversand melden müsse - unabhängig davon, ob eine dieser Varianten gratis sei oder nicht.

Im konkreten Fall hatten die Luxemburger Richter über einen Rechtsstreit zwischen dem britischen Verbraucherschutzamt und mehreren Werbeversandunternehmen zu entscheiden. Die Behörde hatte Anstoß genommen an der Flut individueller Briefe, Rubbelkarten und anderer Werbebeilagen in Zeitungen und Zeitschriften, die Verbraucher in die Irre führten. Um etwa in Aussicht gestellte Mittelmeerkreuzfahrten in Anspruch zu nehmen, mussten „Gewinner“ unter anderem zusätzlich die Reiseversicherung, Kabinenzuschläge und Hafengebühren in dreistelliger Höhe bezahlen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bericht: Datenleck bei Autobauern - auch VW betroffen
New York (dpa) - Zehntausende Dokumente mit sensiblen Daten großer Autohersteller sind laut einem Zeitungsbericht vorübergehend öffentlich im Internet aufgetaucht.
Bericht: Datenleck bei Autobauern - auch VW betroffen
Über 200.000 Autokäufer nutzen Umweltprämie
Die sogenannte Umweltprämie - ein Zuschuss für Kunden beim Kauf eines sauberen Autos - sollte ein Mittel sein, um den Anteil älterer und schmutziger Dieselwagen auf den …
Über 200.000 Autokäufer nutzen Umweltprämie
Minister will Bahn bei Verkehrssteigerung unterstützen
Es gebe keinen Zweifel, "dass mir sehr viel an der Bahn liegt", sagt Verkehrsminister Scheuer. Er wolle mithelfen, dass mehr Menschen und Güter auf der Schiene befördert …
Minister will Bahn bei Verkehrssteigerung unterstützen
G20-Finanzminister beraten über Arbeit und Handel
Wegen des Zollstreits dürfte die Zukunft des globalen Handels im Mittelpunkt der G20-Konferenz stehen. Der Gastgeber steckt gerade selbst in der Klemme und muss um …
G20-Finanzminister beraten über Arbeit und Handel

Kommentare