Europäisches Patentamt macht sich breit

- München - Eine Institution, die zu den größten Europas gehört, braucht Platz. Besonders, wenn sie so rasant auseinander gegangen ist wie das Europäische Patentamt (EPA): In den vergangenen acht Jahren ist die Mitarbeiterzahl um 2500 auf 6000 gestiegen. Weil der Münchner Stammsitz gegenüber dem Deutschen Museum aus den Nähten platzte, ist ein Teil der Belegschaft im April in ein Gebäude an der Landsberger Straße umgezogen. Eine weitere Dependance errichten Bauarbeiter nahe der Theresienwiese.

<P>Dass das EPA derart angeschwollen ist, liegt an der Flut von Anträgen, mit denen Unternehmen und Privatleute aus der ganzen Welt Erfindungen in Europa schützen lassen wollen. Zwischen 1996 und 2001 hat sich die Zahl der Patentanmeldungen auf jährlich 160 000 verdoppelt. Grund dafür ist allerdings weniger der spontan belebte Einfallsreichtum der Forscher, sondern die Globalisierung. "Vor allem Unternehmen melden mehr Patente an, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können", sagt ein EPA-Sprecher.<BR><BR>Um nicht in den Anträgen unterzugehen, stellte die Behörde in den vergangenen Jahren nach und nach Mitarbeiter ein, um den Ansturm zu bewältigen - was den Patentprüfern noch nicht vollends geglückt ist. Es gebe immer noch erhebliche Arbeitsrückstände, räumt die Behörde ein. Vom mittelfristigen Ziel, Patentanträge binnen drei Jahren zu bearbeiten, ist sie noch weit entfernt. Das gelingt nur bei knapp einem Viertel der Anträge, der Rest stapelt sich länger auf den Schreibtischen.<BR><BR>Es gibt aber auch Fortschritte. So sei es gelungen, die Zahl der erteilten Patente seit 1996 um die Hälfte auf 60 000 zu erhöhen, sagt Ingo Kober, der scheidende EPA-Präsident (siehe "Gesicht des Marktes"). Zudem habe man im selben Zeitraum die Produktivität verbessern und gleichzeitig die Kosten senken können. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass man "alles digitalisiert habe, was es zu digitalisieren gibt", sagt ein Sprecher. Zudem habe man die internen Strukturen optimiert.</P><P> </P><P> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nachfrage nach E-Autos überraschend hoch - lange Lieferzeiten 
Wer sich angesichts der Debatte um Umweltbelastung und drohende Fahrverbote für ein Elektroauto entscheidet, muss sich - das ökologische Bewusstsein in allen Ehren - auf …
Nachfrage nach E-Autos überraschend hoch - lange Lieferzeiten 
China droht mit scharfen Reaktionen auf mögliche US-Strafzölle
China hat den USA wegen der geplanten Einfuhrbeschränkungen für Stahl und Aluminium mit scharfen Reaktionen gedroht.
China droht mit scharfen Reaktionen auf mögliche US-Strafzölle
USA planen Strafzölle auf Stahl - Deutsche Wirtschaft reagiert bestürzt
Experten entlarvten Donald Trumps „freundliche Pose“ beim Weltwirtschaftsgipfel als reinen Marketing-Gag. Vor allem deutsche Wirtschaftsvertreter warnen vor den …
USA planen Strafzölle auf Stahl - Deutsche Wirtschaft reagiert bestürzt
Städtetag erwartet Fahrverbote für Dieselfahrzeuge
Der Deutsche Städtetag rechnet damit, dass die hohe Belastung durch Stickoxide zu Fahrverboten für Dieselfahrzeuge in Städten führen wird.
Städtetag erwartet Fahrverbote für Dieselfahrzeuge

Kommentare