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Antonio Borges hat sein Amt mitten in der Eurokrise aufgegeben.

Europas IWF-Boss tritt zurück - warum?

Washington - Der Chef der Europaabteilung beim IWF geht - inmitten der Eurokrise. Offiziell heißt es, Borges trete aus privaten Gründen zurück. Aber Knall auf Fall? Das lädt natürlich zu Spekulationen ein.

Der Europadirektor des Internationalen Währungsfonds, Antonio Borges, ist am Mittwoch zurückgetreten - mit sofortiger Wirkung und inmitten der Eurokrise. Der einstige Direktor von Goldman Sachs International wurde bereits am Donnerstag durch Reza Moghadam ersetzt, den bisherigen Chef der Strategieabteilung beim IWF. In einer Mitteilung des Fonds wurden “private Gründe“ für das Ausscheiden des Portugiesen Borges genannt, der seinen Posten erst vor einem Jahr angetreten hatte.

Die Europaabteilung hat die Oberaufsicht über die finanzielle Beteiligung des IWF am Rettungspaket für die hoch verschuldeten Länder Griechenland, Portugal und Irland. Der “Washington Post“ zufolge kommt der Wechsel zu einem wichtigen Zeitpunkt: Der IWF bereite sich just darauf vor, ein Team nach Italien zu entsenden, um die Bemühungen des Staates um einen Schuldenabbau genau unter die Lupe zu nehmen. Erst im Oktober habe Borges Äußerungen über ein mögliches direktes Engagement des IWF auf dem europäischen Anleihenmarkt zurückgenommen, hieß es weiter.

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Borges habe “in einer für den IWF akut sensiblen Zeit“ vielleicht nicht besonders sorgfältig abgewogen, welche Botschaft er vermittle, zitierte die Zeitung Jacob Funk Kirkegaard vom Peterson Institute for International Economics in Washington. Moghadam sei dagegen praktisch beruflich beim IWF groß geworden und kenne die Einrichtung von innen und außen.

IWF-Chefin Christine Lagarde sagte laut der IWF-Mitteilung, Borges habe seinen Posten während einer “extrem schwierigen Periode“ für die Mitglieder der Eurozone innegehabt. Seine “reiche Erfahrung“ im öffentlichen und privaten Sektor “zusammen mit seiner Fähigkeit, starke Beziehungen zu den Behörden der Mitgliedsstaaten aufzubauen, waren bei der Antwort auf die Krise von großem Wert“.

In einer E-Mail an die IWF-Mitarbeiter betonte Lagarde nach Angaben der “Washington Post“ weiter, dass man sich angesichts der gegenwärtigen Umstände in Europa keine lange Zwischenlösung an der Spitze der Europaabteilung habe leisten können. Moghadam sei als Borges-Nachfolger “ideal“.

dpa

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