Europas Milchsee läuft über

- Brüssel - Europas Milchsee ist einmal mehr übergelaufen. Die Kühe in neun EU-Staaten gaben in der abgelaufenen Produktionsperiode gut 1,2 Milliarden Liter mehr Milch als erlaubt. Allein deutsche Bauern müssen deshalb 62 Millionen Euro Strafe zahlen.

Die Milchproduktion ist in der Europäischen Union mit Quoten geregelt. Im Zeitraum von April 2005 bis März 2006 hätten die Landwirte EU-weit 135,5 Millionen Tonnen an die Molkereien liefern dürfen. Tatsächlich lieferten sie 1 217 000 Tonnen mehr. Deshalb müssen die neun betroffenen Länder zusammen 376 Millionen Euro Strafe in die EU-Agrarkasse zahlen. Das Geld holen sie sich nach Angaben eines EU-Kommissionssprechers von den Milchbauern zurück.

Deutschland ist zusammen mit Italien und Polen für 90 Prozent des Überangebots verantwortlich. Die Kühe in Luxemburg, Österreich, Portugal, Spanien, Tschechien und Zypern gaben ebenfalls mehr Milch als erlaubt, aber in geringerem Umfang. Für die Verbraucher hat das Überangebot auf dem Markt auch sein Gutes: Es hält die Preise für Milch und Milchprodukte auf niedrigem Niveau, hieß es in Brüssel.

"Eine Reihe von Ländern meint, dass ihre Quoten zu niedrig angesetzt sind", sagte Kommissionssprecher Michael Mann. Italien etwa übertrifft seine Quote seit Jahren. Deutschland verringerte seine Überproduktion von 413 503 Tonnen in der vorigen Periode auf nunmehr knapp die Hälfte oder 200 727 Tonnen. "Wir sind überzeugt, dass die Quoten richtig liegen, um ein Gleichgewicht auf dem Markt zu schaffen", betonte der Behördensprecher.

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