Bundesregierung verbietet Auftritt von Erdogan in Deutschland

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Europas Wirtschaft in Feierlaune

Konjunktur: - Das Wirtschaftsklima ist so gut wie lange nicht mehr - und wird es wohl bleiben. Das schlägt sich auf den Arbeitsmarkt nieder: Dank des Aufschwungs hat die Industrie erstmals seit fünf Jahren wieder Stellen aufgebaut. Im Tourismussektor hofft man auf 250 000 neue Arbeitsplätze für Deutschland.

München - Die Wirtschaft in Deutschland kann weiter auf einen stabilen Aufschwung vertrauen. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin bleibt die Konjunktur in Deutschland auch über den Jahresbeginn hinaus in Schwung. Im laufenden zweiten Quartal 2007 zeichne sich eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal ab, teilten die Forscher mit.

In ganz Europa ist die Stimmung in den Unternehmen derzeit so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr, wie der vierteljährlich ermittelte Wirtschaftsklima-Index des Münchner Ifo-Instituts für die Eurozone ergab. "Die neuen Umfrageergebnisse sprechen für einen kräftigen Konjunkturaufschwung auch im zweiten Halbjahr", erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. In einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigten sich Experten deutlich optimistischer als bisher: So werde für 2007 ein Wachstum von 2,5 (zuvor: 2,1) Prozent und für 2008 von 2,3 (2,1) Prozent veranschlagt.

Im zweiten Quartal legte der Ifo-Wirtschaftsklimaindex für die Eurozone deutlich von 100,0 auf 106,8 Punkte zu. Neben den Einschätzungen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage haben sich auch die konjunkturellen Erwartungen für die kommenden Monate weiter verbessert. Der Geschäftslage-Index stieg demnach im zweiten Quartal von 129,0 Punkten im vorangegangenen Drei-Monats-Abschnitt auf 130,8 Punkte. Der Index für die Erwartungen verbesserte sich von 76,0 auf 86,8 Punkte.

Zuletzt habe das Wirtschaftsklima im Januar 2001 einen so hohen Stand wie derzeit erreicht, sagte Ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb. "Der Unterschied ist: Damals war das Klima auf dem absteigenden Ast, und jetzt ist es auf dem aufsteigenden Ast." Vor allem in Deutschland, Finnland und den Niederlanden werde die derzeitige Wirtschaftslage besonders günstig bewertet.

In Deutschland deuten laut DIW neben der Verbesserung des Geschäftsklimas auf hohem Niveau auch die Auftragseingänge auf eine lebhafte Industrieproduktion hin - mit entsprechend positivem Einfluss auf den Arbeitsmarkt. So hat die Industrie in Deutschland im ersten Quartal 2007 erstmals seit mehr als fünf Jahren wieder neue Arbeitsplätze geschaffen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg die Zahl der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent auf 5,2 Millionen Personen. Vor allem in den Sparten Metallerzeugnisse und Maschinenbau wurden mehr Personen eingestellt.

Auch in einst krisengeprüften Branchen läuft das Geschäft. Die deutschen Schiffswerften sind für vier Jahre ausgelastet. "Das hat es lange nicht gegeben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Schiffbau und Meerestechnik, Werner Lundt. Die Branche habe ein "gutes Jahr" 2006 hinter sich und profitiere weiterhin vom weltweiten Boom.

Der Tourismus könnte in Deutschland nach Einschätzung der Bundesregierung bis 2015 rund 250 000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen lassen. Diese Einschätzung vertrat der Beauftragte für diesen Wirtschaftssektor, Ernst Hinsken. Weltweit werde die Zahl der Gästeankünfte von gegenwärtig 858 Millionen bis 2020 voraussichtlich auf etwa zwei Milliarden steigen. "Da muss Europa unter allen Umständen dabei sein", betonte Hinsken. Europa sei Ziel von mehr als der Hälfte des grenzüberschreitenden Reiseverkehrs und damit die wichtigste Tourismusregion der Erde.

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