EU-Unterhändler Fischler: Cancún darf nicht scheitern

- Brüssel - Die Europäische Union warnt bei einem Scheitern der internationalen Handelsrunde im mexikanischen Cancún vor schweren Verlusten für die Weltwirtschaft. Die Ministerrunde müsse unbedingt die Weichen für einen pünktlichen Abschluss der so genannten Doha-Runde Ende 2004 stellen, sagte EU-Agrarkommissar Franz Fischler in Interviews mit der "Süddeutschen Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

<P>Die Verhandlungen beginnen an diesem Mittwoch. "Scheitert das Treffen, wäre das ein sehr schlechtes Signal für die Weltwirtschaft, die Wachstumsimpulse braucht", sagte Fischler. "Wir brauchen einen Rahmen für den Abbau von Handelsschranken", sagte Fischler der "Süddeutschen Zeitung". Dieser Rahmen müsse von möglichst vielen der 146 Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) akzeptiert werden. Bei den fünftägigen Verhandlungen in Cancún sind noch keine konkreten Vereinbarungen über den Abbau von Zöllen für Agrar- und Industrieprodukte sowie von handelsverzerrenden Beihilfen zu erwarten.</P><P>Fischler wies den Vorwurf von Seiten zahlreicher Entwicklungs- und Schwellenländer zurück, die EU verteidige vor allem ihre milliardenschweren Agrarausgaben zu Lasten der Dritten Welt. "Die Hälfte aller Agrarimporte aus den Entwicklungsländern soll künftig zollfrei erfolgen", erläuterte Fischler ein gemeinsames Angebot der EU und der USA. "Wir wollen völlige Zollfreiheit für die 50 ärmsten Staaten."</P><P>Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hob Fischler hervor, dass die EU schon heute der weltweit größte Importeur von Agrarerzeugnissen sei und von einer "Festung Europa" keine Rede sein könne. "Tatsache ist, dass Europa schon heute schon mehr aus Entwicklungsländern einführt als die Vereinigten Staaten, Australien, Japan und Kanada zusammen." Er werde das Recht der EU auf Unterstützung ihrer Landwirte aber vehement in Cancún verteidigen.</P>

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