Ever Given: Der Container-Riese liegt seit Ende März vor Anker. Die wirtschaftlichen Schäden steigen täglich.
+
Ever Given: Der Container-Riese liegt seit Ende März vor Anker. Die wirtschaftlichen Schäden steigen täglich.

Festgesetzter Container-Riese

Ever Given: Schäden werden mit jedem Tag massiver - kein Ende in Sicht

  • Thomas Schmidtutz
    VonThomas Schmidtutz
    schließen

Im Drama um den festgesetzten Container-Riesen Ever Given zeichnet sich keine Lösung ab. Für den Schiffseigner wird die Lage immer schwieriger.  

Kairo – Im Rechtsstreit um den festgesetzten Container-Riesen Ever Given werden die wirtschaftlichen Schäden von Tag zu Tag höher. Nach einem Bericht der Fachzeitung Lloyd‘s List wird nun auch die andauernde Lieferverzögerung zu einem immer gravierenden wirtschaftlichen Problem.

So seien an Bord des Schiffs etwa zahlreiche Container mit verderblicher Ware wie Obst. Zwar sei dies kein unmittelbares Problem, da die Kühl-Container den Verderb von Obst und Gemüse verlangsamten. Doch werden auch gekühlte Lebensmittel irgendwann schlecht.

Ever Given: Ware wird wertlos

Zudem könnten Unternehmen angesichts der völlig unübersehbaren Lage um eine mögliche Weiterfahrt von ihrem Auftrag zurücktreten und beim Lieferanten eine neue Bestellung aufgeben, berichtet Llyods List. Damit könnte die Ware an Bord erheblich an Wert verlieren, berichtet Lloyd’s List. Die auf die Seeschifffahrt spezialisierte Zeitung gilt als weltweit führendes Branchen-Blatt.

Zudem könnten auch Vorprodukte erheblich an Wert einbüßen, etwa, weil es zwischenzeitlich zu Änderungen beim Endprodukt gekommen ist und die Teile schlicht nicht mehr passen. Insgesamt könnten die Schäden aus der reinen Lieferverzögerung bereits jetzt ein Volumen im zweistelligen Millionenbereich, berichtet das Branchenblatt.

Ever Given: Druck auf Schiffseigner steigt

Hinzu kommen horrende Kosten aus der eigentlichen Stilllegung des Schiffs durch die ägyptischen Behörden. Die Ever Given kann insgesamt rund 20.000 Container transportieren, liegt aber inzwischen seit rund zwölf Wochen fest. Die fehlenden Erlöse aus dem regulären Betrieb und die Finanzierungskosten für das riesige Schiff dürften den Druck auf die japanischen Eigner Shoei Kisen Kaisha weiter erhöhen, zu einer Einigung zu kommen.

Die rund 400 Meter lange Ever Given hatte sich Ende März nach einem aufsehenerregenden Manöver auf einem einspurigen Abschnitt des Suez-Kanals quergestellt und eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt blockiert. Nach einer tagelangen Bergungsaktion hatte die Suez-Kanal-Behörde Schadenersatz vom Schiffseigner gefordert und die Ever Given zunächst festgesetzt und dann offiziell beschlagnahmt.

Ever Given: Streit um Schadenersatz

Nun tobt ein Rechtsstreit um die Höhe des Schadenersatzes. Ursprünglich hatte die Suezkanal-Behörde für entgangene Passage-Gebühren und die Bergung 916 Millionen Dollar gefordert, ihre Ansprüche aber zwischenzeitlich auf rund 600 Millionen Dollar reduziert. Der japanische Schiffseigentümer will dagegen laut Medienberichten 100 Millionen Dollar zahlen.

Auch interessant

Kommentare