+
Die EVG fordert 6 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber 150 Euro im Monat mehr. Foto: Roland Weihrauch

Bahn spricht mit GDL "hinter den Kulissen" - EVG will mehr Geld  

Die Doppelverhandlungen der Bahn mit ihren beiden Gewerkschaften laufen in unterschiedlichem Tempo. Mit der EVG arbeitet man weiter an einer Einigung, während zur streikfreudigen GDL erst mühsam wieder ein Gesprächsfaden geknüpft werden muss.

Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem längsten Bahnstreik in der Geschichte der Deutschen Bahn AG versucht das Unternehmen, wieder mit der Lokführergewerkschaft GDL an den Verhandlungstisch zu kommen.

"Manchmal ist es einfach gut, hinter den Kulissen zu arbeiten und nicht alles in die Öffentlichkeit zu tragen", erklärte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Dienstag in Frankfurt vor dem Beginn der nächsten Verhandlungsrunde mit der größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG.

Die GDL solle auch langfristiger Tarifpartner der Bahn bleiben, sagte Weber mit Blick auf das geplante Tarifeinheitsgesetz, mit dem die Bundesregierung ab dem Sommer die Rechte kleinerer Gewerkschaften einschränken will. Die Bahn wolle weiterhin mit beiden Gewerkschaften abschließen. In den laufenden Verhandlungen mit der EVG bemühe man sich um Regeln, die in den wesentlichen Punkten widerspruchsfrei zu den Abschlüssen mit der GDL bleiben könnten.

Die größere EVG verlangte von der Bahn, ihre Gehaltsofferte nachzubessern. 4,7 Prozent mehr bei einer Laufzeit von 29 Monaten seien nicht akzeptabel, ebenso sei der angebotene Mindestbetrag von 75 Euro viel zu niedrig, erklärte die Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Die EVG fordert 6 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber 150 Euro im Monat mehr. In der nächsten Woche müsse in Berlin ein Abschluss her, verlangten auch rund 50 EVG-Demonstranten am Verhandlungsort. "Entweder wir werden uns am 21. Mai einig oder es kracht", sagte Rusch-Ziemba.

Damit steuert die EVG weiterhin einen anderen Verhandlungskurs als die Lokführergewerkschaft. Die GDL will für ihre Mitglieder kürzere Arbeitszeiten und günstigere Sozialvorschriften durchsetzen und dafür geringere Gehaltssteigerungen akzeptieren. Die unterschiedlichen Forderungen der beiden Gewerkschaften sind das Haupthindernis für übereinstimmende Tarifverträge, wie sie das Unternehmen anstrebt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Experten: Nachrüstungen alter Diesel "grundsätzlich möglich"
Die Regierung lässt Millionen Autobesitzer seit Monaten im Unklaren: Kommt doch noch mehr als neue Software, um Motoren zu schmutziger Diesel sauberer zu bekommen? Nun …
Experten: Nachrüstungen alter Diesel "grundsätzlich möglich"
Wegen des Deutschland-Spiels gegen Schweden: Edeka- und Rewe-Filialen schließen früher
Für die DFB-Elf geht es am Samstag schon um alles. Gut ist das immerhin für die TV-Einschaltquoten - und die Spannung. Auch mehrere Supermarkt-Filialen reagieren.
Wegen des Deutschland-Spiels gegen Schweden: Edeka- und Rewe-Filialen schließen früher
Opec+ weitet Ölproduktion um eine Million Barrel am Tag aus
Die Opec hat am Freitag vorgelegt, einen Tag später ziehen die Nicht-Opec-Länder nach. Mehr Öl soll in den Markt gepumpt werden, um eine Balance zwischen Angebot und …
Opec+ weitet Ölproduktion um eine Million Barrel am Tag aus
Daimler stoppt Auslieferung von Diesel-Modellen - diese Fahrzeuge sind betroffen 
Daimler hat die Auslieferung mehrerer Diesel-Modelle gestoppt. Grund  ist der angekündigte Rückruf für Fahrzeuge, die einen Diesel-Motor nach der Norm 6b enthalten.
Daimler stoppt Auslieferung von Diesel-Modellen - diese Fahrzeuge sind betroffen 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.