Ex-AUB-Chef Schelsky beriet bis zu 40 Unternehmen

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Hamburg/Nürnberg (dpa) - Die Affäre um die vom Siemens-Konzern finanzierte Betriebsräteorganisation AUB weitet sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" aus.

Der frühere AUB-Chef Wilhelm Schelsky soll danach nicht nur bei Siemens, sondern auch bei anderen Unternehmen versucht haben, arbeitgeberfreundliche Mitarbeitervertreter zu fördern, schreibt das Blatt unter Berufung auf Ermittlungsakten. Schelsky muss sich von diesem Mittwoch an vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth wegen Steuerhinterziehung, Beihilfe zur Steuerhinterziehung, Beihilfe zur Untreue und Betrugs verantworten. Er soll von Siemens mehr als 30 Millionen Euro erhalten haben, um damit einen Gegenpol zur IG Metall im Siemens-Konzern aufzubauen.

Nach dem Magazinbericht blieb es aber nicht dabei. In den Ermittlungsakten der Nürnberger Sonderkommission "Amigo" seien dubiose Kontakte zu den Spitzen von fast 40 Firmen dokumentiert, darunter die Metro, die Metro-Tochter Saturn, der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich und - in weitaus größerem Ausmaß als bisher bekannt - der Discounter Aldi Nord. Darüber hinaus seien die Fahnder auch auf Dokumente gestoßen, die den Verdacht nahelegen, dass Siemens in den achtziger und neunziger Jahren auch einen Vertreter der IG Metall im Aufsichtsrat mit Sonderzahlungen gefügig gemacht hat. Siemens teilte mit, der Vorgang sei "geläufig", das Unternehmen enthielt sich allerdings einer Bewertung.

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