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Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky hat ein Geständnis abgelegt.

Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky gesteht

München - Ex-BayernLB Vorstand Gribkowsky packt aus und gesteht, dass er Schmiergeld von Formel 1-Chef Ecclestone bekommen hat. Jetzt kann der 54-Jährige mit einer geringeren Strafe rechnen.

Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat im Schmiergeldprozess vor dem Landgericht München ein Geständnis abgelegt und Formel 1-Chef Bernie Ecclestone unter Druck gebracht. Nach acht Monaten Schweigen räumte der einstige Spitzenbanker am Mittwoch ein, 44 Millionen Dollar von Ecclestone erhalten zu haben. „Einen Riesenberg Geld“, wie Gribkowsky sagte. Er habe das Geld nach jahrelangen Verhandlungen über den Verkauf der Formel 1 aber angenommen. „Für den Kampf hatte ich das Gefühl, Anerkennung verdient zu haben.“ Heute sei ihm klar, dass er Fehler gemacht habe und es sich um Bestechungsgeld gehandelt habe.

Im Gegenzug für das Geständnis kann der 54-Jährige mit einer Haftstrafe von maximal neun Jahren rechnen. Dies hatte der Vorsitzende Richter Peter Noll ihm vor seiner Aussage zugesichert. Er bescheinigte Gribkowskys eine „erfreuliche Klarheit“ seiner Aussage, die bis in den Nachmittag dauerte. Danach machte Gribkowsky einen gelösten Eindruck und verließ das Gericht lächelnd.

Gribkowsky war als Vorstand der BayernLB im Jahr 2006 dafür zuständig, die Beteiligung der Bank an der Formel 1 zu verkaufen, die ihr als Pfand für die Kirch-Pleite zugefallen war. Dabei hatte der Banker immer wieder mit Ecclestone zu tun, ohne den in der Formel 1 nichts laufe. „Sie kommen an gar nichts ran, wenn er nicht will“, sagte Gribkowsky.

Ecclestone kamen die Verkaufsabsichten der BayernLB damals ganz recht: Er hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm Banken als Besitzer der Formel 1 nicht in den Kram passten. Gribkowsky erzählte den Richtern, Ecclestone habe ihn zum Verkauf gedrängt. „Wenn Du mir hilfst, die Formel 1 zu verkaufen, dann beschäftige ich Dich als Berater“, habe Ecclestone ihm gesagt. Kurz darauf präsentierte Ecclestone ihm seinen Wunschkäufer: Den britischen Finanzinvestor CVC, der die Formel 1-Mehrheit schließlich kaufte und bis heute besitzt.

Ecclestone forderte für die Vermittlung des Käufers 100 Millionen Dollar Provision, wie Gribkowsky erzählte. Er habe ihn dann auf rund 66 Millionen Dollar heruntergehandelt, die die BayernLB auch zahlte, weil sie dankbar war, einen Käufer gefunden zu haben, der soviel Geld gab. Gribkowsky räumte ein, dass die Provision aus heutiger Sicht nicht nötig gewesen wäre, da Ecclestone die Banken ohnehin los werden wollte. „Ich hätte diese Provision schlicht ablehnen müssen.“

Aber auch Gribkowsky füllte seine Kasse. Ecclestone habe ihn bei einem Treffen nach seinen Vorstellungen für seine Arbeit als Berater gefragt. „Tell me numbers (Nenne mir Zahlen) - das weiß ich bis heute“, sagte Gribkowsky. Der Banker nannte 50 Millionen Dollar - und bekam auch fast so viel - obwohl er selbst mit weniger gerechnet hatte. „Üblich sind eher 10 Millionen“, sagte er vor Gericht.

Die Anklage wirft Gribkwosky deshalb Bestechlichkeit vor, da er als Amtsträger der BayernLB kein Geld hätte annehmen dürfen. Das Geld hat Gribkowsky nach eigenen Angaben in eine Kinderkrebsstiftung in Österreich gesteckt, da er das Elend der betroffenen Familien selbst miterlebt habe, als sein Sohn erkrankte. „Ich erspare uns allen Details“, sagte er mit tränenerstickter Stimme. Die Staatsanwalt sieht in der Transaktion aber eher Steuerhinterziehung.

Gribkowsky sitzt wegen der Vorwürfe schon seit eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Weil er vor Gericht so lange zu den Vorwürfen geschwiegen hatte, haben die Richter an den bislang 45 Verhandlungstagen mehr als 40 Zeugen vernommen, darunter auch Ecclestone selbst. Er hatte die Zahlung als eine Art Schweigegeld dargestellt, um Gribkowsky von einer Anzeige bei den britischen Steuerbehörden abzuhalten. Auch ihm droht eine Anklage, die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Der Prozess gegen Gribkowsky wird am Mittwoch (27. Juni) mit den Plädoyers fortgesetzt.

dpa

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