Ex-Boeing-Tochter wird Airbus-Partner für A350

Paris - Der US-Konzern Spirit AeroSystems wird Teile des neuen Airbus-Langstreckenflugzeugs A350 in den USA fertigen. Das Unternehmen habe eine entsprechende Ausschreibung gegen das italienische Luftfahrtunternehmen Alenia gewonnen, sagte ein Airbus-Sprecher am Freitag in Toulouse.

Die frühere Boeing-Tochter Spirit ist bereits Risikopartner bei Boeings Langstrecken-Jet Dreamliner 787, der 2009 lieferfertig sein soll. Airbus will dem Dreamliner ab 2013 mit der A350 Konkurrenz machen.

Mit dem Zuschlag an eine US-Firma geht Airbus einen weiteren Schritt in seiner angekündigten Strategie, Teile der Produktion aufgrund der Dollar-Schwäche in den Dollar-Raum zu verlagern und vor allem bei der neuen A350 XWB Partnerfirmen an Bord zu holen. Airbus produziert überwiegend im Euro-Raum, wird für seine Flugzeuge aber in Dollar bezahlt. Gewerkschaftsvertreter warnen vor der Abwanderung von Arbeitsplätzen.

Spirit-Chef Jeff Turner sprach von einem "bedeutsamen Schritt in der Geschichte unseres Unternehmens". Für die Produktion werde Spirit ein neues Werk im US-Bundesstaat North Carolina bauen, das 2010 in Betrieb genommen werden und gut 1000 Mitarbeiter beschäftigen solle. Weitere Teile würden am Hauptsitz von Spirit in Wichita im Bundesstaat Kansas sowie im südostasiatischen Malaysia gebaut werden. Spirit werde das "Rumpfteil 15" produzieren, die obere Rumpfschale über dem Flügel, sagte der Airbus-Sprecher.

Spirit AeroSystems Inc., ein Spezialist für Verbundwerkstoffe, entstand aus der Ausgliederung mehrerer US-Werke des Airbus-Konkurrenten Boeing Commercial Airlines. Heutiger Eigentümer ist der kanadische Finanzinvestor Onex. Das Unternehmen baut für Boeing Rumpfteile und Cockpits. Spirit war auch unter den Bietern für die deutschen und französischen Airbus-Werke, die der Luftfahrtkonzern EADS im Rahmen des Sanierungsprogramms "Power8" ausgliedern wollte. Lieferverzögerungen beim Riesen-Jet A380 hatten die EADS und Airbus in eine tiefe Krise gestürzt. Auch beim neuen Militärtransporter A400M ist der Zeitplan ins Wanken geraten. Ob die Daten für die A350 eingehalten werden können, gilt ebenfalls als unsicher.

Vor zwei Jahren übernahm Spirit von der britischen BAE Systems zwei Werke, in denen Rumpf- und Flügelteile für die Boeing-Modelle 767 und 777 sowie die Airbus-Typen A320 and A380 gebaut werden. Airbus ist mit 80 Prozent Hauptkunde der britischen Spirit-Werke. Spirit erwartet 2008 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Dollar. 2007 kam das Unternehmen auf 3,87 Milliarden Dollar Umsatz und 297 Millionen Dollar Überschuss.

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