Ex-Chef von Siemens Hellas soll gestanden haben

München - Der frühere Chef von Siemens in Griechenland, Michael Christoforakos, soll bei mehrfachen Vernehmungen durch die Münchner Staatsanwaltschaft Schmiergeldzahlungen in seiner Heimat gestanden haben.

Nach den griechischen Behörden habe nun auch die hiesige Anklagebehörde Ermittlungen gegen Christoforakos wegen Verdachts der Bestechung eingeleitet. Das berichten am Samstag übereinstimmend die "Süddeutsche Zeitung" und der "Spiegel".

Der Münchner Oberstaatsanwalt Anton Winkler bestätigte diese Angaben auf dpa-Anfrage "ausdrücklich nicht". Man nehme zum Stand der Ermittlungen nicht Stellung, sagte der Behörden-Sprecher.

Der in München in Untersuchungshaft sitzende griechische Manager mit deutschem Pass schilderte dem "Spiegel" zufolge unter anderem Schmiergeldpraktiken des Konzerns im Vorfeld eines Großauftrags für die Olympischen Spiele 2004 in Athen. Vorwürfe, wonach er selbst an Bestechungszahlungen zur Erlangung eines 500-Millionen-Rahmenvertrages mit der griechischen Telefongesellschaft OTE beteiligt gewesen sein solle, habe Christoforakos zurückgewiesen.

Wie die "SZ" schreibt, habe Christoforakos in den Vernehmungen auch Zahlungen an die beiden großen Parteien in Griechenland zugegeben - die sozialistische Pasok und die konservative Nea Dimokratia. Der Ex-Chef von Siemens Hellas war Mitte Mai aus seiner Heimat geflohen und vor zwei Wochen in Oberbayern festgenommen worden.

Seine Anwälte äußerten sich laut "SZ" zum Stand der Ermittlungen ebenso wie die Staatsanwaltschaft nicht. "Mein Mandant hat mit direkten Bestechungszahlungen für Aufträge nicht das Geringste zu tun und allenfalls Landschaftpflege zur Verbesserung wichtiger Kontakte betrieben", sagte Anwalt Stefan Kursawe allerdings dem "Spiegel".

dpa

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