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Paul Jacobs war Qualcomm-Chef von 2005 bis 2014 und wechselte dann an die Spitze des Verwaltungsrates. Foto: Jeon Heon-Kyun

Zeitung

Ex-Chef von Qualcomm prüft Übernahmeversuch

Der kalifornische Chiphersteller und Kommunikationsspezialist Qualcomm kommt nicht zur Ruhe. Nachdem eine feindliche Übernahme durch das Veto des US-Präsidenten Trump abgewehrt wurde, nimmt Ex-Chef Jacbobs seinen ehemaligen Arbeitgeber ins Visier.

San Diego (dpa) - Beim Chipkonzern Qualcomm könnte nach der Blockade eines Übernahmeangriffs durch US-Präsident Donald Trump der nächste Kaufversuch bevorstehen.

Der langjährige Chef und Gründersohn Paul Jacobs arbeite daran, Investoren für ein Gebot zusammenzutrommeln, berichtete die "Financial Times". Jacobs habe unter anderem den japanischen Technologiekonzern Softbank angesprochen, der einen 100 Milliarden Dollar schweren Fonds für Investitionen in innovative Unternehmen kontrolliert.

Von dem Volumen dieses Fonds ist nur etwa die Hälfte ausgegeben. Ein Problem könnte allerdings sein, dass Qualcomm selbst unter den Investoren des Fonds ist - genauso wie Apple, mit dem der Chipkonzern in einen festgefahrenen Streit um Patente und Lizenzzahlungen verwickelt ist.

Der Konkurrent Broadcom wollte Qualcomm für mehr als 140 Milliarden Dollar übernehmen. Es wäre der mit Abstand teuerste Deal in der Technologiebranche gewesen. Noch während sich Qualcomm gegen den Übernahmeversuch wehrte, blockierte Trump einen Kauf unter Hinweis auf die nationale Sicherheit..

Paul Jacobs war Qualcomm-Chef von 2005 bis 2014 und wechselte dann an die Spitze des Verwaltungsrates. Kurz bevor Trump die Broadcom-Attacke stoppte, wurde Jacobs vom Vorsitzenden zu einem einfachen Mitglied des Aufsichtsgremiums gemacht. Danach hätten sich seine Überlegungen, Qualcomm von der Börse zu nehmen, "herauskristallisiert", schrieb die "Financial Times" unter Berufung auf informierte Personen. Obwohl Jacobs' Vater Irwin 1985 unter den Gründern von Qualcomm war, halte er persönlich weniger als 0,1 Prozent der Aktien und wäre auf einen oder mehrere starke Partner angewiesen.

Qualcomm hofft nun seinerseits auf einen Zukauf in Europa. Die Amerikaner wollen den niederländischen Chipspezialisten NXP übernehmen und verlängerten hierfür am Freitag ein zweites Mal die Übernahmefrist. Die NXP-Aktionäre haben nun noch bis zum 23. März Zeit, das von Qualcomm zwischenzeitig hochgeschraubte Angebot anzunehmen.

Ursprünglich sollte die Übernahmefrist bereits am 5. März enden, sie wurde dann auf den 9. März verlängert. Um die Gunst der NXP-Aktionäre zu gewinnen, hatte Qualcomm seine Offerte von 110 auf 127 US-Dollar je Aktie aufgestockt. Damit wäre die Transaktion 44 Milliarden Dollar schwer. Bislang kam Qualcomm allerdings nur mühsam voran: Bis zu diesem Freitag waren den Konzernangaben zufolge lediglich 16,5 Prozent angedient worden.

Bericht der "Financial Times"

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